
Symbolbild: Pfalz-Express
Kreis Germersheim – Rund 7.000 Bürger aus dem Landkreis Germersheim haben an der Online-Umfrage des Landkreises „Gelber Sack oder gelbe Tonne“ teilgenommen.
Allerdings: „Ein eindeutiges Ergebnis hat sie auf den ersten Blick nicht ergeben“, berichtet Landrat Dr. Fritz Brechtel.
Knapp 51,5 Prozent der Teilnehmer haben sich für die gelbe Tonne ausgesprochen, ca. 48,5 Prozent für den gelben Sack. Von denen, die für den gelben Sack gestimmt haben, wünschen sich rund 31 Prozent Säcke in besserer Qualität. „Das bedeutet auch, dass vier von fünf der Befragten eine Veränderung wünschen, nämlich festere Säcke oder die Tonne“, so Brechtel.
Das Ergebnis der Umfrage wird in die weiteren Beratungen im Kreistag und die dann folgenden Verhandlungen mit dem Dualen System einbezogen. Brechtel will sich auf jeden Fall für eine Verbesserung einsetzen. Allerdings habe der Landkreis nur wenige Einflussmöglichkeiten darüber, ob es künftig den gelben Sack oder die gelbe Tonne im Landkreis geben soll. „Die Verantwortung und Entscheidungshoheit für die Entsorgung des Verpackungsmülls liegt komplett beim Dualen System. Dennoch wollen wir – soweit möglich – auf das System einwirken“, erklärt der Kreischef.
Vier Wochen lang hatten die Bürger aus dem Landkreis Germersheim die Möglichkeit, für den gelben Sack in bisheriger Form, den gelben Sack in besserer Qualität oder die gelbe Tonne zu stimmen.
Die meisten Stimmen, ca. 85 Prozent, haben Bewohner von Ein- bzw. Zweifamilienhäusern abgeben, rund 14 Prozent entfallen auf Stimmen aus Mehrfamilienhäusern bis 25 Wohneinheiten. Besonders rege war die Beteiligung aus den Orten mit den Postleitzahlen 76726 (Germersheim), 76761 (Rülzheim), 76744 (Wörth am Rhein/Maximiliansau) und 76756 (Bellheim).
Weitere Informationen zum Dualen System
Die Art und Ausgestaltung der Sammlung obliegt grundsätzlich dem Dualen System. Der Landkreis Germersheim hat weder eine finanzielle noch organisatorische Zuständigkeit. Nach den Bestimmungen des Verpackungsgesetzes sind die Dualen Systeme jedoch verpflichtet, ihre Sammelsysteme mit den Belangen des öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgers abzustimmen. Im Rahmen der Abstimmung hat der Landkreis dann die Möglichkeit, Einfluss auf Art und Ausgestaltung der Sammlung zu nehmen.
Dementsprechend besteht grundsätzlich die Möglichkeit, bei der Sammlung der Kunststoff-, Metall- und Verbundverpackungen eine Umstellung von der Sacksammlung auf eine Behältersammlung zu erwirken. Entsprechende Forderungen müssen mit dem Dualen Systemen einvernehmlich abgestimmt werden, und dürfen die Systembetreiber technisch und wirtschaftlich nicht unzumutbar belasten. Nach derzeitiger Rechtslage wäre eine Umstellung vom gelben Sack auf eine gelbe Tonne im Landkreis Germersheim erst zum 1. Januar 2025 möglich.
Unabhängig ob die Verpackungen über den gelben Sack bzw. gelbe Tonne eingesammelt werden, erhebt die Kreisverwaltung Germersheim keine Kosten hierfür. Die Kosten der Sammlung und Verwertung tragen die Hersteller der Verpackungen, die zur Finanzierung einen Preisaufschlag beim Verkauf von verpackten Produkten erheben. Somit bezahlt der Kunde seinen Anteil für das Sammelsystem bereits beim Einkauf.

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