Berlin – Sigmar Gabriel hat am Sonntag Gerüchte um einen möglichen Rücktritt von seinen Ämtern entschieden zurückgewiesen.
„Dass man in Deutschland nicht mal mehr krank werden darf als Politiker, ohne dass einer dummes Zeug erzählt, hat mich auch bisschen überrascht“, sagte der SPD-Vorsitzende und Vize-Kanzler in einem Interview in der Sendung „RTL Aktuell“.
Focus-Herausgeber Helmut Markwort hatte die Sache zusätzlich befeuert. „Aus zuverlässiger Quelle“ habe er gehört, dass Gabriel zurücktreten werde, sagte er in der Sendung „Sonntags-Stammtisch“ des Bayrischen Rundfunks.
Als Gabriel-Ersatz sei angeblich Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz im Gespräch gewesen.
Gabriel sagte weiter: „Mark Twain hat, als es die Nachricht über seinen Tod gab, eine Anzeige veröffentlicht, dass die Nachricht über sein vorzeitiges Ableben deutlich übertrieben gewesen sei. Ähnlich ist es bei mir auch.“
Gabriel dementierte auch einen Medienbericht von Sonntag, wonach er als SPD-Chef darauf dränge, erst nach der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen im Mai 2017 über den Kanzlerkandidaten seiner Partei zu entscheiden.
Der Wahlkampf solle dann kurz und schmutzig geführt werden. „Solche Wortwahl fände ich schon deshalb schlecht, weil Wahlkämpfe gerade nicht schmutzig sein sollen. Wann die SPD über ihren Kanzlerkandidaten entscheidet, werden die Gremien der SPD irgendwann sagen. Ich weiß nicht, wer solchen Unfug in die Welt setzt.“
Heiko Maas: „Quatsch“
Bundesjustizminister Heiko Maas hat Gerüchte um angebliche Rücktrittspläne des SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel als „Quatsch“ zurückgewiesen.
Angesichts der Gerüchte könne er „nur die Frage stellen, was derjenige, der das in den Raum geworfen hat, vielleicht vorher getrunken hat“, sagte Maas im „Bericht aus Berlin“. „Ich glaube, dass das so viel Quatsch ist, dass man es noch nicht mal richtig dementieren kann.“
Zur Frage nach dem Kanzlerkandidaten der SPD sagte der Minister: „Natürlich ist Sigmar Gabriel als Parteivorsitzender auch derjenige, auf den die Kanzlerkandidatur zuläuft. Die Diskussion, die im Moment geführt wird, ist die: Wann wird die SPD ihren Kanzlerkandidaten benennen“, so Maas. „Das sollte man nicht zu früh tun.“
(dts Nachrichtenagentur/red)

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