Hamburg – Parallel zum offiziellen Beginn des G20-Gipfels ist es in Hamburg am Freitag erneut zu Protestaktionen und Ausschreitungen gekommen. Über Teilen der Stadt hängen dunkle Rauchwolken.
(Lesen Sie hier die aktuelle Entwickung in der Nacht zum Samstag: Hamburg bei G20 weiter im Ausnahmezustand: Straßenschlachten, Plünderungen und Zerstörung).
Wie die Polizei mitteilte, wurden von G20-Gegnern immer wieder Straßen blockiert – so unter anderem in Bahrenfeld, Schwanenwik und am Schanzenpark. Die Einsatzkräfte setzen Wasserwerfer ein, um Straßen zu räumen und Blockaden aufzulösen.
In Hamburg-Altona haben am Vormittag mehr als 50 vermummte Personen Polizisten mit Steinen und Böllern angegriffen. An der Elbchaussee und in Altona sind dutzende geparkte Autos, Barrikaden und Mülltonnen angezündet worden. Unbekannte hatten auch einen Reifen eines geparkten Pkws der kanadischen Delegation zerstochen.
Auf einen Hubschrauber der Polizei wurde ein Geschoss abgefeuert, das sein Ziel nur knapp verfehlte. Schon am Donnerstag wurden Piloten eines Polizeihubschraubers mit einem Laserpointer geblendet und erlitten Augenverletzungen.
Objektschutzkräfte am Hotel Park Hyatt in der Altstadt wurden angegriffen. Zwei mit Beamten besetzte Funkstreifenwagen der Bundespolizei wurden im Bereich des Bahnhofs Altona angegriffen, Scheiben eingeworfen und beschmiert. Auf einen nicht besetzten Funkstreifenwagen wurde ein Molotowcocktail geworfen, der sich nicht entzündete.
Zudem wurden die Scheiben des Konsulats der Mongolei wurden eingeworfen.
Es kam immer wieder zu Straßenblockaden, unter anderem in der Nähe der Messe in der Schröderstiftstraße und in der Nähe des Gästehauses des Senats. Personengruppen von bis zu mehreren hundert Personen agieren laut Polizei gemeinsam.
Aufgrund der bestehenden Allgemeinverfügung würden diese Straßenblockaden aufgelöst, so die Polizei. Man gehe weiterhin massiv gegen Straftäter vor.
Bis zum Freitagnachmittag wurden 160 Polizisten und eine noch unbekannte Zahl von Demonstranten verletzt.
Polizei in Hamburg wird wegen Krawallen verstärkt
Wegen der schweren Krawalle wird die Polizei vor Ort verstärkt. So kündigten unter anderem Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg die Entsendung von jeweils 200 Einsatzkräften an, Mecklenburg-Vorpommern will zwei weitere Hundertschaften zur Verfügung stellen. Die Hamburger Polizei hatte zuvor zusätzliche Einsatzkräfte angefordert, da zu viele Straftaten parallel passierten.
„Im Moment ist die Situation insgesamt stabil“, sagte Innensenator Grote am Freitagmittag. Das Gewaltpotenzial und die „kriminelle Energie“ seien jedoch erschreckend.
(red/dts)
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