
Ratssaal der Stadt Wörth.
Foto: Pfalz-Express
Wörth. Bei der Wahl zum Stadtrat der Stadt Wörth konnte der Wahlvorschlag der Freien Wähler Büchelberg, die erstmals bei einer Wahl angetreten waren, auf Anhieb 6,7% der abgegebenen Wählerstimmen im gesamten Stadtgebiet verbuchen, was für die FWG zwei der insgesamt 32 Stadtratsmandate bedeutet und insgesamt die Bildung einer Koalition in der immer noch schuldenfreien Kleinstadt spannend macht.
Nun hat sich die zweiköpfige Fraktion gegründet und Steffen Weiß aus Wörth zum Fraktionsvorsitzenden und den FWG-Vorsitzenden Udo Müller zum stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden gewählt.
In Büchelberg steht am 16.6. noch eine Stichwahl um das Amt des Ortsvorstehers an, bei der Udo Müller gegen Stefanie Gerstner von der CDU antreten wird. Die Freien Wähler „wollen in und für Büchelberg etwas bewegen, was aber schwierig ist, wenn die CDU neben der weiterhin bestehenden absoluten Mehrheit im Ortsbeirat auch den Ortsvorsteher stellt“, so die FWG.
Udo Müller sei ein „Macher“, egal ob es um die Schaffung von Wohnraum in Büchelberg gehe oder um die Verbesserung der dörflichen Infrastruktur: knapp 50 Wohneinheiten habe er in den letzten Jahren in Büchelberg geschaffen und einen Dorfladen eröffnet, auf eigenes Risiko und ohne öffentliche Fördergelder. Viele Büchelberger schätzten ihn als Einen, der anpackt, so die FWG-Vertreter.
Steffen Weiß verfügt bereits über Erfahrung im Stadtrat, dem er von 2009 bis 2014 für die CDU angehört hat. Durch seinen Einsatz für eine Zweite Rheinbrücke und die kritisch-konstruktive Begleitung der Sanierung der Rheinbrücke Maxau sowie das bereits mehrjährige Engagement im Schulelternbeirat des Wörther Europagymnasiums, ist er nicht nur bekannt, sondern auch gut vernetzt und „weiß, wie der Hase läuft“.
Die FWG hat im Vorfeld der Kommunalwahl lediglich einen Flyer in Büchelberg verteilt, einen einfachen Handzettel im Baugebiet Abtswald C in Wörth eingeworfen (nur dort, wo Werbung willkommen war) und auf den städtischen Plakatwänden in Wörth und Maximiliansau nur wenige Kleinplakate geklebt. Im Ortsbezirk Schaidt haben die Freien Wähler ohne jeglichen werblichen Aufwand 2,6% der Stimmen erzielt, in Wörth und Maximiliansau jeweils die „5%-Marke“ geknackt und in Büchelberg mehr als 30% der Stimmen bei der Stadtratswahl erreicht.
Den „Wählerwillen“ zu verstehen und umzusetzen, ist Anspruch der Freien Wähler. So betrifft der erste Antrag eine Änderung der Hauptsatzung. Der vor Jahren zusammengelegte „Bau- und Umweltausschuss“ soll wieder zum „Bau- und Verkehrsausschuss“ werden und zusätzlich ein „Ausschuss für Klima-, Umwelt- und Naturschutz“ ins Leben gerufen werden.
Geplant ist weiterhin, den Unmut der Bürger über unzählige Wahlplakate und zahlreiche Wahlinfostände an Samstagvormittagen in einem Antrag umzusetzen. Mit Blick auf den Erfolg der FWG ohne „Wählerbelästigung“ soll eine Satzungsänderung beantragt werden, die nur noch Plakate auf den städtischen Stellwänden zur Wahl zulässt – lediglich Veranstaltungen sollen mit gesonderten Plakaten, aber eng zeitlich begrenzt, angekündigt werden können.
So sollen auch die unzähligen Laternenplakate von linken und rechten Parteien zur Europawahl (oder Bundes- und Landtagswahl) deutlich dezimiert werden.
Wahlinfostände sollten künftig zentral organisiert werden. Der einzelne SPD-Infostand wenige Meter neben dem Fassanstich zum diesjährigen Wörther Maimarkt sei bei vielen Besuchern des Festes nicht gut angekommen. Die FWG wünscht sich, dass künftig bei einer solchen Gelegenheit mit passendem Abstand zum Festplatz eine „Wahlarena“ aufgebaut wird, in der sich alle Parteien und Wählergruppen nebeneinander vorstellen können, als Angebot für den Wähler, sich gezielt zu informieren. (red)

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