Freitag, 27. Mai 2022

Für den Notfall: Landau stattet Schulen mit kostenfreien Menstruationsprodukten aus

11. Januar 2022 | Kategorie: Landau

Foto: Stadt Landau

Landau – Die Stadt stattet ihre weiterführenden Schulen und Einrichtungen der offenen Jugendarbeit mit kostenfreien Menstruationsprodukten aus. Das teilt der Beigeordnete Lukas Hartmann als zuständiger Dezernent für das städtische Gebäudemanagement (GML) mit.

Er hatte im Frühjahr 2021 einen ersten Anstoß zu diesem Thema gegeben; später im Jahr folgte ein Antrag der Stadtratsfraktion Die Linke.

Die Spender mit frei verfügbaren Tampons und Binden als Notfallausstattung sind bestellt und sollen bis Ende des Monats im Max-Slevogt-Gymnasium, im Otto-Hahn-Gymnasium, im Eduard-Spranger-Gymnasium, in der Konrad-Adenauer-Realschule plus, in der Berufsbildenden Schule, in der Nordringschule, im Haus der Jugend, im Jugendtreff Horst und im Mehrgenerationenhaus aufgestellt werden.

Die Kosten belaufen sich auf 1.800 bis 2.000 Euro für die Spender plus voraussichtlich rund 15.000 Euro jährlich an laufenden Kosten. Die Integrierte Gesamtschule hat mit Unterstützung ihres Fördervereins bereits ein eigenes Projekt realisiert.

„Frei verfügbare Periodenartikel in Bildungseinrichtungen sollten eine Selbstverständlichkeit sein, wenn man(n) sich fünf Minuten mit dem Thema beschäftigt“, findet Hartmann. Er selbst wurde durch einen feministischen Podcast auf die Problematik aufmerksam. „Menstruation ist kein Luxus. Wenn Menstruationsprodukte ähnlich wie Seife und Toilettenpapier als Teil des grundsätzlichen Hygienebedarfs anerkannt und kostenlos zur Verfügung gestellt werden, trägt dies zur Enttabuisierung der Periode bei.“ Das käme „allen Menstruierenden“ zugute und nehme ihnen eine Sorge vor und während der Menstruation, so Hartmann.

Die Tampons und Binden sind besonders „für den Notfall“ gedacht, also wenn die Periode überraschend früher oder später einsetzt. Oft müssen sich die Mädchen dann mit unhygienischen Alternativen wie Toilettenpapier behelfen. Da die Menstruation in vielen Teilen der Gesellschaft weiter ein Tabu-Thema sei, trauten sich gerade jüngere Menschen häufig nicht, nach Produkten zu fragen, hieß es von der Stadt.

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