
Das neue Gerätehaus wurde am 10. August eingeweiht.
Fotos: Pfalz-Express/Ahme
Gimmeldingen. 50 Jahre kreisfreie Stadt, 50 Jahre Freiwillige Feuerwehr Neustadt an der Weinstraße sowie Einweihung des neuen Feuerwehrgerätehauses Gimmeldingen mit anschließender Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Neustadt an der Weinstraße: In Gimmeldingen wurde gestern (10. August) kräftig gefeiert.
Die Neubergstraße war gesperrt worden und direkt vor dem neuen Feuerwehrgerätehaus im Tiefenweg konnten sich die Gäste, unter ihnen viele Angehörige der Feuerwehreinheiten aus der Innenstadt und den Ortsteilen, bei Getränken und einem Ochsen am Spieß gütlich tun, sich austauschen und den Grußworten und Ehrungen beiwohnen.
Der Gruppenführer der Gimmeldinger Ortsgruppe, Tobias Bauer, konnte als besondere Ehrengäste den Neustadter OB a.D. Hans-Georg Löffler, Amtsinhaber Marc Weigel, Staatssekretär Randolf Stich, Stadtfeuerwehrinspekteur Stefan Klein und natürlich auch Ortsvorsteherin Claudia Albrecht begrüßen.
30 Jahre habe man auf den Bau eines neuen Feuerwehrgerätehauses warten müssen, betont Bauer. „Die Gimmeldinger wollten das Haus nicht und haben uns ausgebremst“, so Bauer, trotz aller Freude etwas verbittert.

OB Weigel übergibt den symbolischen Schlüssel an Gruppenführer Tobias Bauer (Mitte). Staatssekretär Stich freut sich mit.
Foto: Pfalz-Express/Ahme
Er ließ Wegbegleiter, quasi Zeitzeugen, zu Wort kommen. Wie den Oberlöschmeister Christoph Klohr. In der Hexennacht 1994 hatten Feuerwehrkameraden „erste Schritte“ zum Bau eines Feuerwehrgerätehauses unternommen, in dem sie ihren Frust mit einem großen Schild zum Ausdruck gebracht hatten.
Der damalige Gruppenführer Erich Peters erinnerte sich an die Zeit als das alte Gerätehaus noch im Erdgeschoss der Gimmeldinger Ortsverwaltung untergebracht war: „Da war es beengt, man konnte kaum rein oder raus fahren. Deshalb war der Bau eines neuen Hauses dringend nötig!“
Damals hatte es keine räumliche Möglichkeit gegeben, die technische Ausrüstung der Löschgruppe Gimmeldingen wesentlich zu verbessern. 1974 war das und die Ortsgruppe hatte alles in Eigenleistung renoviert. Damals wurde auch das dahinter liegende Sandsteingewölbe zum Unterrichts- und Kameradschaftsraum um- und ausgebaut.
Die Unfallkasse hatte allerdings schon 1987 das Gerätehaus bemängelt.
Im Dezember 2005 wurden Räume im ehemaligen Weingut Deutsch in der Kurpfalzstraße angemietet. Der Schulungsraum blieb aber noch im alten Gerätehaus. Im Frühjahr 2006 wurde dies nach einigen Schwierigkeiten vertraglich geregelt und zum Jubiläum das neue Gerätehaus der Löschgruppe Gimmeldingen übergeben.
2008 wurde ein Förderverein gegründet.
Eigentlich hatte man sich in der Kurpfalzstraße schon wohl gefühlt, doch die Situation dort wurde immer unklarer (Bauer: „Und ich wurde immer nervöser!“) bis das Haus schließlich für 1,4 Millionen Euro verkauft wurde.

Die Gimmeldinger Ortsgruppe besteht aus 21 Mitgliedern, berichtete Gruppenführer Tobias Bauer. Danach wurde zusammen das Feuerwehrlied angestimmt.
Foto: Pfalz-Express/Ahme
Die Stimmung im Dorf und im Ortsbeirat war bis dahin nicht unbedingt für ein neues Gerätehaus. Erst der nächste Ortsbeirat sprach sich einstimmig für einen Neubau aus. Ein Besuch der Neustadter Feuerwehr im Neustadter Stadtrat brachte den Durchbruch. „Ja das war schon beeindruckend“, erinnert sich der Mußbacher Ortsvorsteher und Landtagsabgeordnete Dirk Herber an diese Situation im Neustadter Stadtrat.
Am 21. Dezember 2016 fand auf dem Parkplatz am Tiefenweg der Spatenstich, noch mit dem damaligen OB Hans-Georg Löffler, für das neue Feuerwehrgerätehaus statt.
Mit 330 Feuerwehrleuten habe man die größte ehrenamtliche Feuerwehr in Rheinland-Pfalz, sagte dieser in seinem Grußwort. Neustadt habe immer einen defizitären Haushalt gehabt. Es habe schließlich auch Diskussionen darüber gegeben, ob in jedem Ortsteil eine Feuerwehr nötig sei, doch die Jugendfeuerwehren seien Triebfedern für deren Erhaltung gewesen.
„Wir können stolz auf unsere Feuerwehr sein“, so OB Weigel. Sie sei „engagiert und professionell“. Die Feuerwehr Neustadt sei ein Beispiel einer starken Gemeinschaft und ein wesentlicher Träger des Miteinanders in Neustadt.
„Die Einweihung heute ist verbunden mit der Feier unserer 50 Jahre währenden Zusammengehörigkeit als Feuerwehr der Kernstadt und der Ortsteile.“ In diesen 50 Jahren (Weigel bezog sich auf die Gebietsreform 1969) sei man zusammen gewachsen, doch jedes der Stadtdörfer habe seine Identität bewahrt.
Staatssekretär Stich sagte, es bestünde ein guter Austausch zwischen Stadt, Land und Feuerwehrleitung. In einer Zeit von verstärkten Starkregen und Waldbränden solle ein neues Land-und Katastrophenschutzgesetz zukünftig das Ehrenamt stärker entlasten.
Industrielle Optik in Stahlbeton
Architekt Markus Neyer und Daniel Bleh (Gebäudemanagement) betonten in ihrem Grußwort, dass dies kein „Feuerwehrhaus von der Stange“ sei.
Das neue Feuerwehrgerätehaus in moderner Optik, hat eine Nutzfläche von zirka 430 Quadratmetern.
Die Gesamtkosten für das neue Feuerwehrgerätehaus betragen 1,4 Millionen Euro. Davon gibt es vom Land einen Zuschuss von 166.700 Euro (Eigenmittel der Stadt: 833.300 Euro).
Als nächstes darf sich Lachen-Speyerdorf auf ein neues Feuerwehrgerätehaus freuen. Es ist noch in der Entwurfsplanung und soll 2021/22 fertig gestellt sein. (desa)

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