
Christian Lindner
Foto: dts Nachrichtenagentur
Berlin – FDP-Chef Christian Lindner hat sich dafür ausgesprochen, liberale Muslime in Deutschland intensiver zu unterstützen.
Die deutsche Gesellschaft müsse „den liberalen Vertretern des Islam den Rücken stärken und Gehör schenken“, sagte Lindner der „Zeit“-Beilage „Christ & Welt“. Sie seien leider nicht so gut organisiert. „Es sind eher Einzelpersonen, die innerhalb der islamischen Community für neues Denken argumentieren“, sagte der Parteivorsitzende. Er fürchte zudem, dass ihr Anteil „durch die Migrationsbewegungen der letzten drei Jahre gesunken ist“.
Bei sehr frommen Muslimen gebe es „oft eine Nähe auch zu autoritären Vorstellungen in der Politik“, kritisierte Lindner. Er finde es gut, wenn säkulare und liberale Muslime häufiger auf Konferenzen vertreten seien. Die Debatte über die Ausrichtung des Islam müsse aber jeder Einzelne führen, nicht der Staat. „Ich darf den Verkäufer hinter der Theke an meinem Kiosk fragen. Und ich darf meinen Nachbarn oder meinen Taxifahrer fragen, ob er mich als Ungläubigen sieht, der verachtet wird. Solche Diskussionen sind notwendig“, sagte der FDP-Chef.
Er wundere sich, wie zurückhaltend Viele in der Debatte seien: „Gerade die politische Linke und die Frauenbewegung, die so vehement gegen die katholische Kirche diskutiert haben, sind bei konservativen Muslimen debattenscheu“, so Lindner. Man höre fast nur konservative Politiker, die sich regelrecht am Islam abarbeiteten und das Christentum zur Staatsreligion ausrufen wollten. (dts Nachrichtenagentur)

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Einsichten liberaler Muslime:
Kämpferisch gab sich Lale Akgün 2007 bei einer Demonstration für die DITIB-Moschee in Köln:
„Wer behauptet in Ehrenfeld wolle sich der politische Islam ein Basislager schaffen, der will mobil machen gegen Muslime, der will nur zündeln, der macht einfach nur seinem Rassismus luft.“
Ein Jahrzehnt später kommt Sie zu folgender Einsicht:
„Diese Moschee steht als steingewordenes Symbold des Islam in Deutschland. Und Herr Erdogan vertritt nun mal den politischen Islam. Und seine Message bei dieser Moschee-Eröffnung: Wir sind hier der politische Islam ist mit mir hier in Deutschland und Ihr kriegt uns hier nicht weg.“
Ateş erhielt nach Gründung der Moscheegemeinde eine Vielzahl von Morddrohungen und wird darum Tag und Nacht von der Polizei bewacht.