Donnerstag, 18. Juli 2019

Fall Lübcke löst bei Kommunalpolitikern Ängste aus

18. Juni 2019 | 11 Kommentare | Kategorie: Politik

Foto: dts Nachrichtenagentur

Kassel – Der offenbar rechtsextremistische Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (CDU) löst bei Kommunalpolitikern, die von Rechtsextremisten wegen ihrer Flüchtlingspolitik bedroht oder angegriffen wurden, neue Ängste aus.

„Meine Frau und ich waren schon über die Mordnachricht sehr erschrocken. Und die Verhaftung macht uns natürlich auch große Angst. Denn die Erinnerungen an die eigenen angstbeladenen Wochen und Monate werden neu belebt“, sagte der ehemalige Bürgermeister der Gemeinde Tröglitz in Sachsen-Anhalt, Markus Nierth, dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“.

Bei Lübcke sei „eine entscheidende Hemmschwelle überschritten“ worden. Hier hätten rechtsextremistische „Terroristen durchgezogen, was sie sich seit Jahren in ihren perversen Gewaltphantasien erträumen“. Nierth fügte hinzu: „Für alle, die Widerstand gegen Neurechte organisieren, bedeutet dies, dass man auch längere Zeit danach, selbst wenn alles scheinbar wieder ruhig geworden ist, vom Hass der Rechten getroffen werden kann. ,Irgendwann kriegen wir euch!` – das ist die Botschaft im Fall Walter Lübcke.“

Wichtig sei ein schnelles Aufwachen vor allem konservativer Politiker. Überdies müsse sich „die bis jetzt schweigende Mitte der Gesellschaft“ wehren. Nierth hatte sich 2015 in Tröglitz für Asylsuchende eingesetzt und war nach Drohungen von Rechtsextremisten zurückgetreten.

Der Bürgermeister der westfälischen Stadt Altena, Andreas Hollstein (CDU), sagte dem RND: „Wenn sich die Verdachtsmomente bestätigen, dann muss das umfassend aufgeklärt werden.“ Ein rechtsextremistischer Mord an einem Politiker „wäre eine neue Dimension, gegen die man mit der ganzen Härte des Rechtsstaates vorgehen muss. Man darf den Rechtsextremisten keinen Millimeter Spielraum lassen.“

Hollstein war im November 2017 von einem Mann mit einem Messer attackiert worden, der sich während des Angriffs abfällig über Hollsteins liberale Flüchtlingspolitik äußerte. Der Christdemokrat überlebte. (dts Nachrichtenagentur) 

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11 Kommentare auf "Fall Lübcke löst bei Kommunalpolitikern Ängste aus"

  1. Diego sagt:

    Wir ein mehr oder Weniger bekannter Politiker von einem Irren Vollidioten umgebracht, drehen wieder alle durch und sehen überall nur noch Nazis und Rechtsterroristische Netzwerke.

    Wo bleibt denn hier der Aufruf die Fassung zu bewahren und dass es nur ein „bedauerlicher Einzelfall“ war?

    Bei der steigenden Zahl won Messerangriffen (Hamburg 111 in 90 Tagen) hat noch niemand über eine Gewaltwelle gesprochen. Das sind alles nur „Einzelfälle“ oder „Beziehungstaten“

    Aber das ist natürlich überhaupt nicht vergleichbar, denn rechte Gewalt (falls es denn wirklich in Politisches Motov gegeben hat) ist ja viel schlimmer als jede andere art von Gewalt.

  2. Ti mWeiler sagt:

    Fakenews vom Feinsten! der Festgenommene wurde bereits am nächsten Tag wieder entlassen, es gibt gar keine Hinweise darauf, dass es einen rechtsextremen Hintergrund gibt. Alle Medien hingegen berichten, als gäbe es diesen Tatbestand und es wird wie in obiger Meldung sogar weiter philosophiert.

  3. Tobi sagt:

    „Sowas kommt von sowas“ oder AfD?
    „Der mutmaßliche Mörder von Walther #Luebke bewegte sich im Umfeld der militanten Terrororganisation #Combat18, war Mitglied der #NPD und spendete 2016 an die #AfD. Verwendungszweck: „Wahlkampf 2016 Gott segne euch“. Hat alles nichts mit allem zutun.

  4. Tobi sagt:

    @ZDFheute meldete eben: Zum Mord an #Lübcke habe kein #AfD-Abgeordneter vor die Kamera gewollt. Von wegen #Rechtsstaatspartei und #MutzurWahrheit. Feiger Haufen.

    Andreas Püttmann Auf Twitter

  5. Tobi sagt:

    Uwe junge auf Twitter

    Der Tag wird kommen, an dem wir alle Ignoranten, Unterstützer, Beschwichtiger, Befürworter und Aktivisten der Willkommenskultur im Namen der unschuldigen Opfer zur Rechenschaft ziehen werden! Dafür lebe und arbeite ich. So wahr mir Gott helfe!

  6. Siglinde sagt:

    „Wir müssen ganz friedlich und überlegt vorgehen, uns ggf. anpassen und dem Gegner Honig ums Maul schmieren aber wenn wir endlich sowei [sic] sind, dann stellen wir sie alle an die Wand. [Für die] widerlichen grünen Bolschewisten eine Grube ausheben, alle rein und Löschkalk oben drauf.“

    (Holger Arppe, aus der AfD ausgeschlossen, MdL)

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