Montag 12.Oktober 2026

Emotionale Debatte bei Unionsfraktionssitzung nach drei Wahlniederlagen

22. September 2026 | Kategorie: Nachrichten, Politik

Unionsfraktionssitzung am 22.09.2026.
Foto: dts Nachrichtenagentur

Berlin – Nach drei schweren Wahlniederlagen der CDU innerhalb weniger Wochen ist in der Unionsfraktion eine intensive Debatte über den Kurs der Partei entbrannt.

Besonders deutliche Worte fand am Dienstag der frühere Fraktionschef Ralph Brinkhaus. Er kritisierte die Glaubwürdigkeit der Union und vermisste ein erkennbares Ziel. Für seine Rede erhielt er nach Angaben von Teilnehmern viel Applaus.

Hinter der mehr als zweistündigen Aussprache stehen die jüngsten Wahldebakel der CDU. In Sachsen-Anhalt stürzte die Partei Anfang September auf 17,2 Prozent ab, während die AfD 43,8 Prozent erreichte. Am vergangenen Sonntag folgten die nächsten Rückschläge: In Mecklenburg-Vorpommern scheiterte die CDU mit 4,9 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde und flog aus dem Landtag. In Berlin verlor sie ihre bisherige Spitzenposition an die Linke.

Brinkhaus kritisiert fehlende Glaubwürdigkeit

Nach Informationen der dts Nachrichtenagentur ging Brinkhaus in der Fraktionssitzung hart mit dem derzeitigen Kurs ins Gericht. Die Union habe ein Problem mit „Unglaubwürdigkeit“, soll er vor den Abgeordneten gesagt haben. Zudem fehle ein erkennbares „Ziel“.

Auch die Kommunikation des Kanzlers wurde in der Sitzung kritisiert. Brinkhaus erhielt für seinen Redebeitrag nach Angaben von Teilnehmern viel Applaus.

Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz räumte seinerseits eine Mitverantwortung für die schlechten Wahlergebnisse ein. „Ich habe meinen Anteil an diesen Wahlergebnissen“, wurde er von Teilnehmern zitiert. Gleichzeitig warb Merz dafür, den eingeschlagenen Reformkurs fortzusetzen. Dafür erhielt auch er Applaus.

Unionsfraktionschef Thorsten Frei stellte sich ausdrücklich hinter den Kanzler. „Der Bundeskanzler hat unsere Unterstützung“, sagte er vor der Sitzung. In der Fraktion rief Frei dazu auf, sich nun auf die Sachthemen zu konzentrieren.

Wildberger fordert Ergebnisse

Bundesdigitalminister Karsten Wildberger stellte sich in der Debatte hinter Merz, verband seine Unterstützung aber mit einem deutlichen Appell. In einer emotionalen Rede machte er nach Informationen der dts Nachrichtenagentur klar, dass es jetzt wirklich „darauf an“ komme und man „Ergebnisse liefern“ müsse.

Viele Fraktionsmitglieder sollen von Wildbergers Auftritt besonders bewegt gewesen sein. Laut dpa war es vor allem der Digitalminister, der in der Aussprache für Merz in die Bresche sprang. (red / dts Nachrichtenagentur)

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