Dienstag, 22. Januar 2019

Duschber die Nacht: Stille Nacht, heilige Nacht auf Pfälzisch

24. Dezember 2018 | noch keine Kommentare | Kategorie: Kultur, Neustadt a.d. Weinstraße und Speyer, Regional

Das Kindlein in der Krippe – gesehen im Alten Bauernhof in Zeiskam.
Archivfoto: Pfalz-Express/Ahme

Neustadt/Weinstraße. Der Weihnachtsklassiker „Stille Nacht, Heilige Nacht“ versinnbildlicht Weihnachten und den Heiligen Abend wie kein anderes Lied. Nun gibt es ihn rechtzeitig zum 200. Geburtstag auch auf Pfälzisch.

Eine ganz neue Version des Weihnachtslieds hat Pfarrer Michael Landgraf verfasst, der Leiter des Pfälzischen Bibelmuseums in Neustadt an der Weinstraße: „Duschber, die Nacht. Heilich, die Nacht“ zählt anders als das in mehr als 300 Sprachen und Dialekte übersetzte Original statt sechs nur drei Strophen.

Bisher habe es offenbar noch keine pfälzische Version von „Stille Nacht“ gegeben, sagte Landgraf dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Bei Recherchen in Bibliotheken habe er keine Übersetzung des Originaltextes in die „pälzische Muddersprooch“ finden können. „Ich war völlig baff“, sagt der Theologe und Buchautor, der auch Leiter des Religionspädagogischen Zentrums der pfälzischen Landeskirche in Neustadt ist.

Spontan habe er eine erste Strophe des Weihnachtslieds über das „Bobbelche“, das in der „Kribb liecht“, geschrieben und in der Pirmasenser protestantischen Johanneskirchengemeinde vorgestellt.

„Die Zuhörer waren so begeistert, dass sie die Strophe gleich dreimal sangen“, sagt Landgraf. Seine „Weltpremiere“ erlebte „Duschber, die Nacht. Heilich, die Nacht“ am 30. November im Bürgerhaus im südpfälzischen Freimersheim.

Am ersten Advent sang es der Pfarrer auf dem Neustadter Weihnachtsmarkt mit Posaunenbegleitung. In der SWR-Landesschau stellte Landgraf seine Liedversion am Donnerstag vor.

Schwierig sei es gewesen, für „Stille“ einen angemessenen pfälzischen Ausdruck zu finden, erzählt der Übersetzer des Weihnachtslieds. „Duschber“ treffe den Sinngehalt wohl am besten: Das Dialektwort drücke zugleich die andächtige Ruhe und die Finsternis der Heiligen Nacht aus, in der Jesus Christus als Licht in die Welt gekommen sei.

Nun hofft Landgraf, dass „Duschber, die Nacht. Heilich, die Nacht“ zukünftig aus vielen Pfälzer Kehlen erklingt – und dass es nicht im Archiv verschwindet. (epd/www.michael-landgraf.de)

Michael Landgraf.
Foto: red

Duschber die Nacht („Stille Nacht“ uff Pälzisch), Musik traditionell, Text: Pfarrer Michael Landgraf (2018)

Duschber, die Nacht.
Heilich, die Nacht,
all sinn schun im Nescht,
uff is blos de Rescht.

Vor rer Kribb, do stehn – Josef un Maria,

ehr Bobbelche liecht drin – un lacht se schää a.

Mach Aache zu, gugg nimmi nuff.
De Herrgott, der basst uff dich uff.

Duschber, die Nacht. Heilich, die Nacht
Hirdde henn des – de Leit gesacht.
Halleluja kummt – aus de Engel ehrn Mund.
Die Welt is annerschter – seit seller Stund.
Der helfe duht, is allweil do.
Der macht unser Leewe erscht froh.

Duschber, die Nacht. Heilich, die Nacht.
Gugg wie´m Herrgott – soin Bu schää lacht.
Dodemit zeicht er: – Er määnt´s mit uns gut.

Befreit uns vun Sorche – un macht uns aa Mut.
Dem Herrgott soin Bu, der is do.
Der macht unser Leewe erscht froh.

 

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