Frankfurt/Main – Hans Eberhard Lorenz hat das Abbrennen von Pyrotechnik als eines der größten Probleme in deutschen Fußballstadien ausgemacht.
„Die gewalttätigen Ausschreitungen haben in der vergangenen Saison keine über die Maßen große Rolle gespielt“, sagte der Vorsitzende des DFB-Sportgerichts der „Welt“. „Es geht vor allem um Pyrotechnik. Wobei es aktuell fast unmöglich ist, Pyrotechnik im Stadion zu 100 Prozent zu verhindern.
Der DFB hat beispielsweise vor dem Pokalfinale Sicherheitsvorkehrungen getroffen wie nie zuvor. Was dennoch in beiden Fankurven, vor allem in der von Borussia Dortmund, geschehen ist, hat wohl jeder gesehen. Leider wieder.“
Lorenz, seit zehn Jahren Vorsitzender des höchsten Kontrollgremiums im Fußballverband, hält deshalb das Sportgericht mit seinen Sanktionsmöglichkeiten für die bestmögliche Einrichtung. „Wenn wir zum Beispiel einem Verein einen Teilausschluss der Zuschauer auf Bewährung geben, dann registrieren wir sehr wohl, dass sich Fans anschließend eine außerordentliche Zurückhaltung auflegen.
Das hängt natürlich auch davon ab, ob die Fans zur Erkenntnis gelangen, dass sie mit ihrem Verhalten nicht dem DFB schaden, sondern sich und dem eigenen Klub.“
Das sei auch bei den Fans von Dynamo Dresden nach deren Aufmarsch vor dem Zweitligaspiel beim Karlsruher SC zu beobachten gewesen. Weil die Anhänger zuletzt vor allem auswärts auffällig geworden sind, gibt es nun noch ein anderes Problem. „Die Folgen dieses Aufmarsches sieht man übrigens gerade dieser Tage ganz gut“, erklärt Lorenz.
„TuS Koblenz, Gegner von Dynamo Dresden in der ersten Pokalrunde, kann wegen Umbauten nicht im eigenen Stadion spielen und hat bis heute keinen Verein gefunden, der bereit ist, für dieses Spiel seine Arena zur Verfügung zu stellen. Da spielt mit Sicherheit eine Rolle, dass der ausrichtende Verein oder die ausrichtende Stadt Bedenken wegen der Dresdner Fans hat.“ (dts Nachrichtenagentur)

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