Berlin – Bundesinnenminister Thomas de Maizière hat die Bundesländer zu größeren Anstrengungen im Kampf gegen Wohnungseinbrüche aufgerufen.
„Ich finde es besorgniserregend, dass die Entwicklung des Einbruchdiebstahls in den einzelnen Bundesländern so unterschiedlich ist“, sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.
Notwendig seien mehr Polizisten und kluge Polizeikonzepte. „Die Polizeibehörden müssen lernen, dass der Kampf gegen Einbruchskriminalität nur überregional zu gewinnen ist“, forderte de Maizière. Entscheidend sei, Tatmuster auszutauschen, auch mit den Herkunftsländern von Einbrechern.
„Außerdem brauchen wir neue, intelligente Methoden der Einbruchsbekämpfung“, sagte er. Dazu zählten Videoüberwachung und „Vorhersagen von Verbrechen“. Das klinge nach Science Fiction, aber Länder wie Bayern arbeiteten daran. „Wenn man fünf Tatmuster auswertet, kann man herausfinden, an welchem vergleichbaren Ort eine sechste Straftat stattfinden könnte.“ So seien etliche Gangs ausgehoben worden.
Wohnungseinbrüche müssten bekämpft werden wie andere Formen der organisierten Kriminalität, verlangte der Minister. „Wir müssen verdeckte Ermittler einsetzen, Telefone abhören und das Vermögen der Einbrecherbosse im Ausland abschöpfen.“
De Maizière rief zugleich die Bürger zu mehr Wachsamkeit auf. „Es gibt einen Zielkonflikt zwischen Bequemlichkeit und Sicherheit“, sagte er. „Ich rate zu mehr Umsicht in Eigenheimen.“ So solle man den Schlüssel nicht unter die Topfpflanze am Eingang legen, damit die Kinder nach der Schule ins Haus könnten.
Die Zahl der Einbrüche pro 100.000 Einwohner stieg in Nordrhein-Westfalen im vergangenen Jahr von 300,4 auf 353,6. In Bayern ging sie in diesem Zeitraum von 65,1 auf 58,9 zurück. Insgesamt gab es in Bayern 7.480 Einbrüche und in NRW 62.362. (dts Nachrichtenagentur)

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