Berlin – Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist im vergangenen Jahr um 9,9 Prozent auf 167.136 Fälle gestiegen. Das weist die bundesweite Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für das Jahr 2015 aus, die der „Welt“ vorliegt.
Demnach wurde beim Wohnungseinbruchdiebstahl ein Rekordwert erreicht. Im Jahr 2014 waren es 152.123 Fälle gewesen. Bundesinnenminister Thomas de Maiziere will die Kriminalstatistik voraussichtlich im Mai in Berlin offiziell vorstellen.
Der CDU-Politiker hatte bereits bei der Präsentation der PKS 2014 erklärt, er betrachte es „mit Sorge“, dass der Wohnungseinbruchdiebstahl zugenommen habe. Seine Länderkollegen wiederum hatten mehrfach angekündigt, mehr gegen Einbrüche tun zu wollen. Die Zahl aller in Deutschland polizeilich erfassten Straftaten ist im vergangenen Jahr gegenüber 2014 um 4,1 Prozent auf insgesamt 6,33 Millionen Fälle gestiegen.
Die Gesamtaufklärungsquote beträgt 56,3 Prozent. Das bedeutet eine Verbesserung um 1,4 Prozentpunkte. Laut PKS 2015 waren fast 40 Prozent aller Straftaten Diebstahldelikte. Sie legten insgesamt um 1,8 Prozent auf 2,48 Millionen Fälle zu. Hohe Zuwachsraten gab es beim Laden- und Taschendiebstahl: So verzeichnete die Polizei 7,1 Prozent mehr Diebstähle in Geschäften (391.401 Fälle) und sieben Prozent mehr Taschendiebstähle (168.142 Fälle).
Die Zahl der Kfz-Diebstähle stieg leicht um 0,3 Prozent. Bundesweit wurden 36.507 gestohlene Autos gemeldet. Der Fahrradklau liegt weiter auf einem hohen Niveau. Die Zahl sank aber etwas, um 1,3 Prozent auf 335.174 Fälle.
Ein Grund für den Zuwachs bei einigen Delikten ist, dass mehr Zuwanderer als je zuvor nach Deutschland gekommen sind. Dabei handelt es sich oft um Straftaten, die gegen das Aufenthalts-, das Asylverfahrens- und Freizügigkeitsgesetz verstoßen. Hier gab es eine Zunahme um 157,5 Prozent auf 402.741 Fälle.
Auch die Zahl unerlaubter Einreisen stieg sprunghaft auf 154.188 an, was ein Plus von 210,2 Prozent ist. Die sexuellen Übergriffe in der Silvesternacht in Köln entsprechen statistisch gesehen nicht dem Trend in der gesamten Republik: Bundesweit gab es weniger Fälle von sexueller Nötigung und Vergewaltigung – ein Minus um 4,4 Prozent, die Zahl sank auf 7.022 Fälle.
Die Zahl der Tatverdächtigen bei der Gesamtkriminalität stieg um 10,2 Prozent auf 2,36 Millionen. Bei den „nichtdeutschen“ Verdächtigen, wie sie in der Statistik heißen, waren es 911.864 Personen – eine Zunahme um 47,7 Prozent. Rechnet man aber die ausländerrechtlichen Verstöße bei den Straftaten heraus, ist die Zahl solcher Verdächtigen mit 555.820 wesentlich geringer. (dts Nachrichtenagentur)

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