
Foto: Pfalz-Express
In Deutschland werden die Blutreserven knapp. Sinkende Infektionszahlen, weitreichende Lockerungen und wieder erlebbaren Freizeitangebote hätten zu einem „dramatischen Rückgang“ bei den Blutspenden geführt, sagte Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) am Sonntag.
„Mit den ersehnten Lockerungen der Corona-Regeln wollen die Menschen jetzt vieles nachholen, Blutspenden steht da selten ganz oben auf der Liste“, sagte die Ministerin.
Nach Angaben des DRK-Blutspendedienstes Nord-Ost ist die Versorgungslage mit Blutpräparaten inzwischen äußerst angespannt. Rund 600 Blutspenden werden allein in Berlin und Brandenburg an jedem Werktag benötigt, um den Bedarf zu decken. Auch der aus den Kliniken gemeldete Bedarf an Blutpräparaten ist derzeit sehr hoch – mit steigender Tendenz. Die Lockerungsschritte in Verbindung mit dem anhaltenden Sommerwetter ließen die Spendenbereitschaft spürbar schwinden, hieß es.
Auch aus Bayern kam ein Hilferuf. Dort werden täglich rund 2.000 Blutkonserven benötigt. Das Blutspendenaufkommen in der Corona-Pandemie gleiche „einer Achterbahnfahrt mit Höhen und Tiefen“, sagte Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU). Ein Problem seien auch die anstehenden Sommerferien, in denen es auch außerhalb der Pandemie normalerweise weniger Blutspenden gebe.
Blutpräparate sind nur zwischen fünf und 42 Tagen konservierbar. Statistisch gesehen wird das meiste Blut zur Behandlung von Krebspatienten benötigt. Es folgen Erkrankungen des Herzens sowie Magen- und Darmkrankheiten. (dts Nachrichtenagentur)

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