Dienstag 13.Oktober 2026

Billigheim-Ingenheim: Tötungsdelikt sorgt für Bestürzung – Appell gegen Gewalt an Frauen

31. August 2026 | Kategorie: Kreis Südliche Weinstraße

Foto: Tumisu / Pixabay

Billigheim-Ingenheim – Nach dem Tötungsdelikt an einer 53-jährigen Frau haben Landrat Dietmar Seefeldt und die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Südliche Weinstraße, Isabelle Stähle, auf die Tat reagiert.

Die Frau soll am Freitagabend von ihrem ehemaligen Lebensgefährten mit mehreren Messerstichen schwer verletzt worden sein und starb wenig später.

„Eine Frau verliert ihr Leben durch die Gewalt eines Mannes, mit dem sie zuvor in einer Beziehung gelebt hat. Diese Tat macht fassungslos und tief betroffen. Unser Mitgefühl gilt den Angehörigen und allen Menschen, die der Verstorbenen nahestanden“, spricht Landrat Seefeldt sein Beileid aus. „Gewalt gegen Frauen darf niemals als Beziehungsstreit oder Privatsache abgetan werden. Sie ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, der wir uns auch im Landkreis stellen müssen.“

Stähle verweist auf das strukturelle Problem geschlechtsspezifischer Gewalt. Die Tötung einer Frau durch einen ehemaligen Partner könne als Femizid beziehungsweise als Nachtrennungsgewalt eingeordnet werden. Ob dies auf den konkreten Fall zutrifft, sei wegen der laufenden Ermittlungen noch offen.

Dennoch müsse man das strukturelle Problem dahinter ansprechen: „Gewalt gegen Frauen ist auch im Landkreis Südliche Weinstraße kein Einzelfall – und so gut wie immer von Männern ausgehend.“

Zahl der Fälle in der Region

Auch in der Südpfalz werden zahlreiche Fälle häuslicher Gewalt registriert. Nach Angaben des Interventionszentrums gegen Häusliche Gewalt Südpfalz waren im vergangenen Jahr 398 Frauen und 20 Männer betroffen. 2024 wurden 379 Frauen und elf Männer als Opfer erfasst, 2023 waren es 421 Frauen und 16 Männer.

„Hinter jeder Zahl steht ein Mensch und eine persönliche Geschichte. Die Dunkelziffer aller Fälle, die nicht gemeldet werden, ist groß. Auch deshalb müssen wir gemeinsam hinschauen, Warnsignale ernst nehmen und Betroffenen den Rücken stärken. Niemand sollte Gewalt in einer Beziehung hinnehmen müssen oder damit allein bleiben“, sagt Seefeldt.

Warnsignale ernst nehmen

Gewalt gegen Frauen beginnt nicht erst mit einer tödlichen Eskalation. Sie kann sich durch psychische Gewalt, Kontrolle, Bedrohungen, körperliche Übergriffe oder Stalking zeigen. Stähle ruft deshalb dazu auf, aufmerksam zu sein und Betroffene zu unterstützen. „Das bedeutet, Warnsignale ernst zu nehmen, Betroffene zu unterstützen und bei Gewalt nicht zu schweigen.“

Unterstützung bietet unter anderem das Netzwerk STOPP Südpfalz, dem auch der Landkreis Südliche Weinstraße angehört. Beteiligt sind unter anderem Polizei, Staatsanwaltschaft, Frauen*notruf des Aradia e.V., Interventionszentrum, Frauenhaus Landau, die Gleichstellungsbeauftragten der Landkreise Südliche Weinstraße und Germersheim sowie der Stadt Landau, Kinderschutzdienst, Weisser Ring, Solwodi und Pro Familia.

Das Netzwerk bündelt Hilfsangebote für Betroffene. Weitere Informationen gibt es beim Gleichstellungsbüro des Landkreises Südliche Weinstraße unter 06341 940-120 sowie beim bundesweiten Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ unter 116 016.

Hinweise auf das Hilfsangebot finden sich unter anderem in der Kreisverwaltung, den Verbandsgemeindeverwaltungen, teilnehmenden Freibädern und Bussen. Weitere Informationen bietet das Gleichstellungsbüro unter www.suedliche-weinstrasse.de/gleichstellung.

Gefällt Ihnen unsere Zeitung?

Fügen Sie den Pfalz-Express als bevorzugte Quelle bei Google hinzu. So verpassen Sie keine wichtigen Nachrichten aus der Region.

⭐ Bei Google als bevorzugte Quelle hinzufügen
Zur Startseite

Abonnieren Sie auch unseren Pfalz-Express-Kanal bei YouTube

Diesen Artikel drucken Diesen Artikel drucken

Kommentare sind geschlossen