
Gerade nochmal davon gekommen: Der Rhein soll frei von Calciumchlorid bleiben.
Foto: pfalz-express.de/Licht
Elsass/Karlsruhe – Das Comité de Bassin Rhin-Meuse hat beschlossen, den Bau einer Pipeline zur Salzentsorgung in den Rhein nicht weiter zu verfolgen.
Diese Information über die Sitzung des Comité veröffentlichte der Wasserverband (Agence de l’eau Rhin-Meuse) auf seiner Internetseite.
Durch die Pipeline sollten Produktionsrückstände aus der Sodaherstellung von Lothringen in den Rhein eingeleitet werden. Vorgesehen war ein Jahresvolumen von circa einer Million Tonnen. Der Regionalverband Regionalverband Mittlerer Oberrhein und sämtliche südpfälzer Politiker hat sich mehrfach gegen den Leitungsbau positioniert.
Gegen diese Lösungsvariante sprechen laut des Sitzungsprotokolls des Comité de Bassin ein schlechtes Kosten-Nutzen-Verhältnis und die mangelnde gesellschaftliche Akzeptanz für das Projekt.
Zudem erhielt die Arbeitsgruppe „Chloride“ vom Comité den Auftrag, nach alternativen Lösungen zur Reduzierung der Chloridbelastung zu suchen. Am 13. Oktober will der Wasserverband dann einen Gesamtbeschluss über den weiteren Fortgang treffen.
Das Comité des Wasserverbands Rhein-Maas (Comité de Bassin Rhin-Meuse) fasste die Beschlüsse in seiner Sitzung bereits am 3. Juli. Dem Gremium gehören rund einhundert Vertreter französischer Gebietskörperschaften, der Wasserwirtschaft und des Staats an.
Der Wasserverband prüfte die Möglichkeit einer Einleitung von salzbelastetem Wasser via Pipeline in den Rhein, um die Wasserqualität der Mosel und der Meurthe zu verbessern.
Die Gewässer werden durch den Abbau von Steinsalzvorkommen südöstlich von Nancy erheblich belastet. Jährlich leiten die Unternehmen Solvay in Dombasle und Novacarb in Laneuveville-devant-Nancy knapp eine Million Tonnen Calciumchlorid in die Meurthe ein.
Das Calciumchlorid entsteht bei der Produktion von Soda. Die europäische Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) hat eine Verbesserung der Qualität der Fließgewässer zum Ziel. Diesem Ziel ist auch der Bewirtschaftungsplan (SDAGE) des Flussgebiets Rhein-Maas verpflichtet.
„Wir sind gespannt, welche Lösungen die Arbeitsgruppe Chloride vorlegen wird und werden den Prozess weiterhin mit großem Interesse begleiten“, sagte der Direktor des Regionalverbands Mittlerer Oberrhein, Dr. Gerd Hager.
Auch der Germersheimer Landrat und Vorsitzende des Eurodistrikt PAMINA, Dr. Fritz Brechtel sagte, man habe „mit großer Erleichterung“ die Entscheidung des Wasserverbundes Rhin-Meuse aufgenommen.
(red/cli)

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