Dienstag 13.Oktober 2026

Bauindustrie hält Wohnungsbauziele nicht für erreichbar

1. Dezember 2022 | Kategorie: Wirtschaft

Foto: Pfalz-Express

Berlin – Der Präsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, Peter Hübner, geht davon aus, dass das Ziel der Bundesregierung, jährlich 400.000 Wohnungen zu bauen, in zunehmend weite Ferne rückt.

„Wir haben mit extrem steigenden Materialkosten zu kämpfen und das sorgt dafür, dass viele Auftraggeber ihre Aufträge zurückziehen oder nicht mehr in dem Umfang gebaut wird, wie wir uns das vorgestellt haben“, sagte er den Sendern RTL und ntv.

Gleichzeitig sei aber die Nachfrage „unendlich“. Hübner nannte als Gründe für den stagnierenden Wohnungsbau unter anderem die akuten Kostensteigerungen und die verdreifachten Darlehenszinsen: „Die Investoren sind in der doppelten Klemme. Das wird perspektivisch dafür sorgen, dass der Wohnungsbau zurückgeht und niemals die Ziele der Bundesregierung erreicht werden können.

“ In dem Kontext fügte der Bauindustrie-Präsident hinzu: „Wir werden uns von den 400.000 Wohnungen noch mehr entfernen. Und wir befürchten – wenn sich jetzt nicht wirklich etwas Großes bewegt – dass wir im nächsten Jahr auf die 200.000 sinken werden.“ Gerade die hohen Materialkosten hätten Auswirkungen auch auf das kommende Jahr.

„Im Augenblick haben wir definitiv nur mit gestiegenen Materialkosten zu tun und das bedeutet, dass wir im Jahr 2023 für das gleiche Geld nur sehr viel weniger bauen können. Das wird, schätzen wir im Augenblick, bei 70 bis 80 Prozent liegen.“

Hübner forderte von der Bundesregierung, dass „Anreize“ und eine „Förderkulisse“ geschaffen werden müssten, damit Investoren wieder Interesse am Wohnungsbau hätten. Auch bei Grundstücken müssten Bund und Länder handeln und diese zu „einem vernünftigen Preis“ und zweckgebunden Investoren zur Verfügung stellen. (dts Nachrichtenagentur) 

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