Dienstag 21.Juli 2026

Bad Kreuznach: Wie ein tauber Kater aus dem Tierschutz zur Marke Katzenmuddi führte

Was als privates Herzensprojekt zweier Selbstständiger begann, ist heute eine Marke mit Kundschaft in ganz Deutschland

15. Juni 2026 | Kategorie: Allgemein, Ratgeber, Tiere, Wirtschaft in der Region

Katzenmuddi Saskia Kanne liebt Katzen.
Quelle: privat

Bad Kreuznach – Dass aus einer überzeugten Katzenskeptikerin einmal die „Katzenmuddi“ werden würde, hätte vor ein paar Jahren niemand gedacht, Saskia Kanne selbst am allerwenigsten.

Heute führt die Marketingfachfrau gemeinsam mit ihrem Geschäftspartner Sebastian Eisenhauer von Bad Kreuznach aus ein eigenes Label für Katzenliebhaber, dessen Produkte inzwischen in rund 70 Geschäften in ganz Deutschland zu finden sind.

Begonnen hat alles 2020. Frisch in ein neues Büro in Bad Kreuznach gezogen, betreuten die beiden damals zwei eigene Projekte aus dem Männer-Segment, eine Fitnessmarke und ein Bartwuchsmittel. Als in der Pandemie das öffentliche Leben stillstand, schlug Sebastian, selbst mit Katzen aufgewachsen, ein Haustier vor.

Saskia war zunächst alles andere als begeistert. „Arrogant und eigensinnig“ – so hätte sie Katzen damals beschrieben, hinzu kam eine Katzenhaarallergie. Den Ausschlag gab schließlich eine Annonce. Kurz darauf meldete sich eine Pflegestelle des deutschen Tierschutzvereins Fellnasenglück Grenzenlos e. V., der wie andere engagierte Tierfreunde aus der Region im Auslandstierschutz aktiv ist und Hunde und Katzen aus Rumänien und Bulgarien vermittelt. Die Nachricht begann mit den Worten: „Hallo, ich bin Misho, ein tauber Kater, sieben Jahre, aus Bulgarien.“ Mehr brauchte es nicht.

Misho, dem nach einer Krebserkrankung am Gehörgang das Gehör und später ein Ohr genommen werden musste, zog als reiner Wohnungskater ein. Aus der anfänglichen Skepsis wurde bedingungslose Zuneigung. Wenig später kam mit der schwarzen Katze Tutti eine zweite Samtpfote dazu, ebenfalls aus Bulgarien und über denselben Verein vermittelt. Seitdem gehören zwei Katzen fest zur Familie.

Ein paar Jahre später wurde aus der privaten Leidenschaft eine Geschäftsidee. „Ich wollte endlich ein eigenes Projekt, das mich wirklich packt“, sagt Saskia Kanne. Da der Markt für Katzenfutter und -zubehör fest in der Hand großer Anbieter ist, richtet sich das Label bewusst nicht an die Katzen, sondern an ihre Menschen. Auch der Name war schnell gefunden: Katzenmuddi, ein augenzwinkernder Gruß an alle, die ihre Stubentiger abgöttisch lieben.

Weil Saskia Kanne früher gern gezeichnet hat und sich mit Bildbearbeitung auskennt, entwirft sie sämtliche Motive selbst. Aus den ersten Entwürfen wurden Postkarten, Prints und Schreibblöcke, später kamen Tassen, Magnete, Schmuck und Anhänger hinzu. Der Anspruch war von Anfang an, sich vom üblichen, oft altbackenen Katzenkitsch abzuheben: süß und frech, aber hochwertig.

Zum Aushängeschild wurde ein Produkt in echter Handarbeit, der „Katze im Karton“-Magnet. Die Idee lieferte ausgerechnet der Kater Misho, der sich bei jeder Paketlieferung als Erster in den leeren Karton fallen lässt.

Statt billiger Souvenirware setzten die beiden auf starke Neodym-Magnete und ließen schließlich sogar eine eigene Katzenfigur aus Kunstharz nach selbst erstellter 3D-Form gießen und von Hand bemalen. Den Magneten gibt es in verschiedenen Fellfarben, passend zum eigenen Stubentiger.

Obwohl beide aus dem Online-Marketing kommen, gingen sie bewusst zuerst in den stationären Handel. In den größten Städten Deutschlands klapperten sie Conceptstores sowie Geschenk- und Souvenirläden persönlich ab.

Mit Erfolg: Heute ist Katzenmuddi nach eigenen Angaben in rund 70 Einzelhandelsgeschäften vertreten, dazu in mehreren sogenannten „Fachls“, einem Mietregalsystem für regionale Kleinproduzenten und Start-ups.

Auch in der Heimatregion ist die Marke vertreten. In Rheinland-Pfalz liegen die Produkte unter anderem in Geschenk-, Souvenir- und Conceptstores in Bad Kreuznach, Bingen, Mainz, Trier und Bernkastel-Kues sowie am Mittelrhein in St. Goar und Boppard. In der Pfalz ist Katzenmuddi derzeit in Speyer zu finden.

Der eigene Anspruch ist dabei klar: die besten Geschenkartikel für Katzenliebhaber zu schaffen. Das im stationären Handel gelegte Fundament wollen die beiden nun online ausbauen. Geplant sind ein größeres Sortiment mit höherwertigen Produkten und mehr Präsenz in den sozialen Medien.

Im Netz ist das Label unter Katzenmuddi zu finden.

Am Anfang dieser kleinen regionalen Erfolgsgeschichte steht damit vor allem eines: ein tauber Kater aus Bulgarien, der einer überzeugten Katzenskeptikerin gezeigt hat, wie schön das Leben mit Katzen sein kann.

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