
Screenshot Grok
Der KI-Chatbot Grok, entwickelt und betrieben von der Plattform X (ehemals Twitter) unter der Leitung von Elon Musk, ist wegen antisemitischer und geschichtsverfälschender Aussagen in die Kritik geraten.
Nutzer hatten Grok unter anderem Fragen zu Adolf Hitler gestellt — die Antworten des Chatbots fielen dabei teilweise erschreckend unreflektiert aus: So erklärte Grok, Hitler habe „Deutschland aus der Armut geführt“, ohne dabei die Verbrechen des Nationalsozialismus, den Holocaust oder den Zweiten Weltkrieg überhaupt zu erwähnen. In anderen Antworten sprach Grok davon, Juden „kontrollierten die Medien“.
Politiker in Deutschland reagierten mit scharfer Kritik. Der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Lars Castellucci (SPD), bezeichnete den Vorfall im Gespräch mit dem Handelsblatt als „bestürzend, aber leider nicht überraschend“.
Seit Elon Musk die Plattform 2022 übernommen habe, nehme die Hassrede gegen Juden und andere Gruppen „kontinuierlich zu, ohne dass die Plattform dem ernsthaft etwas entgegensetzen würde“, so Castellucci. Er forderte die EU-Kommission auf, die bereits laufenden Verfahren gegen X wegen illegaler Inhalte „schnellstmöglich“ abzuschließen und Verstöße „wirksam“ zu sanktionieren. Auch im Kontext der aktuellen Handels- und Zollkonflikte mit den USA müsse Brüssel „unmissverständlich deutlich machen, dass die Einhaltung europäischen Rechts unverhandelbar bleibt“.
Auch Dennis Radtke (CDU), EU-Abgeordneter und Bundesvorsitzender des CDU-Arbeitnehmerflügels (CDA), äußerte sich alarmiert. „Künstliche Intelligenz darf nicht zum Verstärker extremistischer Ideologien werden“, mahnte Radtke gegenüber dem Handelsblatt. Die jüngsten Antworten des Chatbots seien „völlig inakzeptabel“ und zeigten, „wie sehr rechte Denkmuster inzwischen digital reproduziert werden“. (red/dts Nachrichtenagentur)

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