
Museumsdirektor Dr. Sven Gütermann und Kurt Stuck (rechts) begutachten das neue Ausstellungsensemble.
Foto: Thomas Maier.
Annweiler – Im Sommer 1880 wurde auf der Burg Trifels der Brunnenturm ausgeräumt. Dabei entdeckten Arbeiter eine große Steinbüchse, einen Mörser aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts.
Die Bergung des Geschützes zog noch am selben Abend zahlreiche Besucher aus Annweiler und der Umgebung auf die Burg. Ein vollständig erhaltenes Geschütz dieser Größe war damals wie heute eine seltene Erscheinung.
Vom Fund zum Museumsstück
Im Mai 1911 gelangte der Mörser als Geschenk an das Historische Museum der Pfalz. Seit 2001 befindet er sich als Dauerleihgabe im Museum unterm Trifels und ist dort Teil der Dauerausstellung. Lange fristete er jedoch ein eher unauffälliges Dasein.
Neue Erkenntnisse 2025
Im Sommer 2025 rückte das Museum den Mörser ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Untersuchungen durch die Mittelalterartillerie-Experten Dr. Michael Kirchschlager, Manfred Linck und den archäologischen Restaurator Ralf Eßwein zeigten: Der Mörser ist ein sehr frühes Exemplar und das größte erhaltene gusseiserne Geschütz des Mittelalters weltweit.
Für die Präsentation wurde eine authentische Lafette, der tragende Unterbau des Mörsers, nach mittelalterlichen Vorlagen konstruiert. Der Annweilerer Modellbauer Kurt Stuck setzte die Pläne in kurzer Zeit um und montierte die Lafette wie zu damaliger Zeit.
Präsentation im Museum
Im Rahmen der Veranstaltung „Weihnachten im Museum“ am Sonntag, 30. November 2025, von 10 bis 18 Uhr wird der Mörser am neuen Standort vorgestellt. Um 14 Uhr findet die offizielle Präsentation unter dem Motto statt:
„Ein riesiger Mörser gehoben und zu Tage befördert – das größte erhaltene gusseiserne Geschütz des Mittelalters der Welt“.
Das Museum unterm Trifels lädt alle Interessierten ein, das historische Exponat zu besichtigen, ein einzigartiges Stück mittelalterlicher Militärtechnik und ein Alleinstellungsmerkmal in der europäischen Museumslandschaft.

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