Mittwoch, 22. September 2021

Alfred-Grosser-Schulzentrum: Philipp Gerlach verabschiedet: „Sie waren der perfekte Schulleiter“

21. Mai 2015 | Kategorie: Kreis Südliche Weinstraße, Leute-Regional

Philipp Gerlach puzzelt sein Geschenk.
Fotos: v. privat

Bad Bergzabern – „Ich war mal mit zwei französischen Lehrerinnen aus Lyon hier und die fragten: ´Wer ist denn dieser junge Lehrer, der im Schulhof mit Schülern diskutiert?´ und sie konnten es nicht glauben, als ich antwortete: ´C´est le principal, das ist der Schulleiter!´“, erzählt Professor Alfred Grosser, Namensgeber des Schulzentrums in Bad Bergzabern.

Er ist an diesem Mittwoch, dem 20. Mai, aus Paris zur Verabschiedung des bisherigen Schulleiters des Gymnasiums im Alfred-Grosser-Schulzentrum, Philipp Gerlach, nach Bad Bergzabern gekommen. Wie alle Redner an diesem Nachmittag bedauert er, dass der ehemalige Direktor zur Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) nach Neustadt wechselt.

„Ich bin nicht sicher, ob er nicht den Kontakt mit den Schülerinnen und Schülern vermissen wird“, sagte der 90-jährige Pariser Politologe. Dennoch gab Alfred Grosser dem neuen Mitarbeiter der Schulaufsicht noch einen Wunsch mit auf den Weg: „Ich hoffe, dass die Schulaufsicht die Schüler ermuntert, Französisch zu lernen.“

Alle Redner bedauerten zutiefst, dass Philipp Gerlach das Gymnasium im Alfred-Grosser-Schulzentrum verlässt. Der kommissarische Schulleiter Jörg Engel verwies darauf, dass Herr Gerlach sich vehement gegen ein Fest zu seiner Verabschiedung gewehrt habe. „Ihr habt doch so viel zu tun“, habe er gesagt. Das sei typisch für seine Bescheidenheit.

Schon zu Beginn sei man begeistert von dem Neuen gewesen, der zuvor das Trifels-Gymnasium in Annweiler geleitet hatte. Jörg Engel berichtete, dass Philipp Gerlach sich zunächst sensibel umgeschaut habe in seiner neuen Schule. „Er wollte erstmal die Menschen kennenlernen und dann hat er behutsam geschaut, wo er Impulse setzen kann.“

Philipp Gerlach bei seiner Dankesrede am Abschiedsfest.

Zu den großen Reformen gehörte die Neuordnung des Stundenplans. Durch die Umstrukturierung der Mittagspause hätten viele Schüler mehr Freizeit, weil sie früher nach Hause kommen. Jörg Engel nannte auch die obligatorischen Abschlussfahrten in Klasse 10 und die Sprachreise nach England. Außerdem sei die Schule Certilinguaschule, Europaschule und „Schule mit Courage, Schule ohne Rassismus“ geworden.

Vor Kurzem erst sei das Comeniusprojekt mit Teilnehmern aus ganz Europa abgeschlossen worden. Schließlich betonte der kommissarische Schulleiter, dass Philipp Gerlach mit seiner stets sachlichen Art und Einrichtungen wie der Infopause am Montag dafür gesorgt habe, dass alle schnell und effektiv zusammenarbeiten. „Er hat eine gute Atmosphäre geschaffen und deshalb lassen wir ihn nur ungern gehen“, sagte Jörg Engel.

Auch die Landrätin des Kreises Südliche Weinstraße, Theresia Riedmaier, betonte, dass sie traurig sei, denn Philipp Gerlach sei ein sehr guter Schulleiter gewesen. „Bremen, wo er geboren wurde, Boston in den USA und jetzt Birkweiler, das zeigt, dass Sie viel herumgekommen, aber auch heimatverbunden sind“, sagte sie. Zu den Vorschlägen, die der bisherige Schulleiter während ihrer Zusammenarbeit machte, sagte die Landrätin: „Es war nie halb, es war nie lau, sondern immer klar durchdacht und vollständig.“

Dieses Kompliment machte auch der Schulleiter der Realschule plus im Alfred-Grosser-Schulzentrum, Ludwin Michels, dem scheidenden Kollegen: „Philipp Gerlach blieb immer sachlich, ideologiefrei und machte Vorschläge, die sich umsetzen lassen.“ Auch er dankte für die kollegiale Zusammenarbeit.

Der neue Kollege von Philipp Gerlach, Bernhard Gilles von der ADD, betonte, dass Gerlach stets ein „längerfristiges Konzept“ wichtig gewesen sei. Er dankte ausdrücklich den beiden stellvertrenden Schulleitern Anne Schwamm und Jörg Engel für die Bewältigung der Interimszeit ohne Schulleiter.

Für den Schulelternbeirat und die Schülervertretung lobten Susanne Fabricius-Sommer und Venice Hanß den ehemaligen Schulleiter. „Er hat Schüler, Lehrer und Eltern immer ernstgenommen, war offen für Neuerungen und schlicht der perfekte Schulleiter“, sagten beide.

Der örtliche Personalrat des Gymnasiums würdigte Gerlach mit einem Rap, in dem es darum ging, „warum Herr Gerlach eigentlich Engel heißen müsste“.

Ein Streichquartett bestehend aus Bärbel Rohde, Ann-Sophie Briem, Kim Hust-Korspeter und Peter Hust unterhielt mit dem Reiterquartett von Joseph Haydn, Lehrerin Andrea Weber und die aus (teilweise) ehemaligen Schülern bestehende Band Fofo-Tank boten „Summer Wine“, ein Ad-hoc-Lehrerchor unter Leitung von Christoph Bornschein sang „Good-bye Gerlach“ und Rainer Ehrhardt unterhielt mit einem Kabarettstück zu „Der Lotse geht von Bord“.

Streicherquartett

Kirstin Schwartz, Rainer Ehrhardt und Markus Vollstedt boten satirische Einblicke unter dem Titel „Add-intern“ und last but not least spielte die Jazzcombo unter Leitung von Theodor Schmidt „My one true friend“. Die Schüler der Klassen 6 – 12 boten eine perfekte Vorstellung.

Theodor Schmidt leitet auch die Bläserklassen des Gymnasiums, drei der vier Lehrer des Streichquartetts die Streicherklassen – beide lobte Philipp Gerlach als einen Schwerpunkt seiner ehemaligen Schule.“

 

Schließlich dankte Philipp Gerlach, und zwar zunächst Frau Riedmaier für stete Unterstützung und für finanzielle Anstrengungen, die das Gymnasium zu einer beispielhaft ausgestatteten Schule gemacht haben.

Er dankte Professor Grosser, zum Beispiel für dessen „bemerkenswerte Fähigkeit, stets intensive Gespräche mit Schülern jeder Altersstufe anregen zu können.“ Philipp Gerlach dankte auch dem Schulelternbeirat, der Schülervertretung, den Sekretärinnen und den Hausmeistern, die einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die Qualität einer Schule hätten, ebenso wie das Team der Küche.

Schließlich hob er die Lehrer hervor. „Die sind immer offen für neue Projekte, humorvoll und sehr engagiert“, sagte er. Schließlich betonte er: „Die Qualität einer Schule zeigt sich nicht in Konzepten, sie ist vielmehr dort, wo Schüler sich von Lehrern angenommen fühlen und wo Lehrer sich geschätzt fühlen. Das Alfred-Grosser-Gymnasium ist eine solche Schule.“ (mv)

 

Fofo Tank

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