Freitag, 18. Oktober 2019

Zehn Jahre HAUS mit großer Party gefeiert: Eckhaus wird am 4. Oktober eröffnet

29. September 2014 | noch keine Kommentare | Kategorie: Landau, Regional

Im HAUS wurde am Wochenende groß gefeiert.
Archivfoto: Pfalz-Express/Ahme

Landau.  „Öffentliches Wohnzimmer“, „Spielwiese“, „Kulturkneipe“- all das und noch mehr ist „DAS HAUS“ in der Weißenburger Straße. Am Wochenende wurde groß gefeiert, denn das Haus hat zehn Jahre auf dem Buckel. Der Pfalz-Express hatte natürlich viele Fragen an Armin Schowalter, Vorsitzender des Vereins „Südstern e. V.“ und Leiter des Hauses.

Wie kam es denn vor zehn Jahren zur Gründung?

Ich war damals nach dem Ende meiner ersten Ehe in einer Neuorientierungsphase – beruflich wie privat. In den Jahren davor war ich beruflich als Referent in der christlichen Jugendarbeit quasi ständig quer durch Deutschland unterwegs. Ich sehnte mich nach Heimat und suchte die Nähe meiner Freunde. Wir trafen uns regelmäßig in Privatwohnungen oder auf Festen in der Region.

Der Freundeskreis wurde sehr schnell größer und die Wohnungen wurden zu beengt. So entstand der Wunsch nach einem Wohnprojekt mit Gemeinschaftsraum. Vorsorglich kündigte ich meine Wohnung zum 30.09.2004. Doch die Suche nach einem geeigneten Objekt entpuppte sich als schwierig. Kaum ein Vermieter hatte den Mut an einen Existenzgründer zu vermieten, der kaum Sicherheiten zu bieten hat.

Kurz vor knapp, erst Mitte September wurde ich im Vorbeifahren auf DAS HAUS aufmerksam und kontaktierte umgehend die Eigentümer. Nach mehreren Pleiten früherer Mieter, hatten die Eigentümer nichts zu verlieren und willigten in einen Mietvertrag ein. Am 25.09.2004 vollzogen ein Freund und ich den Einzug. Dass wir so lange bleiben werden, hätten weder unsere Vermieter, die mittlerweile Mitglieder unseres Trägervereins „Südstern“ wurden, noch wir selbst, je geglaubt..

Was war die treibende Kraft dazu?

Ich hatte die Wahl zwischen „Kopf in den Sand stecken“ und „Kraft tanken für bessere Zeiten“. Dank dem Rückhalt meiner Freunde, war die Motivation etwas sinnvolles zu tun, größer als sich frustriert im Selbstmitleid zu suhlen. In den ersten Jahren was DAS HAUS also eher zur Wiederfindung der eigenen Stärke da, und um den Freunden etwas Gutes zu tun. Die Wirkung in die Stadt hinein und das Einsetzen für Bedürftige über die indirekten Kontakte hinaus, entstand erst mit den Jahren der dazugehörigen Stärke des Kollektivs.

Wie hat sich das Haus denn in diesen 10 Jahren entwickelt?

Es wurde von Jahr zu Jahr professioneller und mutiger dank schmaler Strukturen und engagierter Mitarbeiter blieb es immer lebendig – neue Formate kamen hinzu und nur sehr Wenige wurden eingestellt – es wurde also mit den Jahren bunter.

Was streben Sie noch an? Was fehlt im HAUSrat?

Was das Programm angeht, haben wir einen ziemlich guten Weg gefunden der in Abwechslung und immer Wiederkehrendem besteht. Das darf gerne so bleiben. Umsetzen möchten wir demnächst die Ausstattung unserer Küche, damit z.B. bei Geburtstagen und Ähnlichem auch Essen zubereitet werden kann und wir für Gastgruppen interessanter sind. Für Gruppen wie den „Elternverein Autismus e.V., die unsere Räume wöchentlich zur Hausaufgabenbetreuung nutzen, ist eine geeignete Küche von großer Bedeutung. Desweiteren sind wir derzeit auf der Suche nach sogenannten „Knochensteinen“ um einen Teil des Innenhofs zu pflastern.

Wie lief die große Feier ab?

Die zehnjährige HAUS-Geschichte wurde an einem einzigen Tag gefeiert, nämlich am Samstag, 27. September mit fünf Livebands auf einer großen Bühne. Neben den Landauer Künstlern „The Academics“ und „Schwitzke Venturini, reisten „Deer Johnson“ aus Basel und „Marcel und Herr Wiesner“ aus Berlin an.

Zum Abschluss trat mit „Solomon Seed“ und Band ein Landauer auf, der ab Oktober 2014 in der neuen „The Voice of Germany“ Staffel zu sehen sein wird. Auf einer zweiten Bühne – als eine Art „Wohnzimmer“ gerichtet, wurden die Besucher anhand von Haus-Geschichten in die Erlebnisse aus 10 Jahren DAS HAUS mit hineingenommen.

In Form eines Wohnzimmerplausches wurde erzählt, was einzelne Besucher im HAUS erlebt haben und wie dies ihren Werdegang geprägt hat. So haben sich z.B. etliche Paare hier kennen gelernt, manch Kampf musste ausgestanden werden, wie vor vier Jahren, als DAS HAUS hätte einem Supermarkt weichen sollen, außerdem wurden die neuen Fußballtrikots mit Sponsor „Taxi Beil“  präsentiert.

Hiermit wird unsere Sportabteilung zukünftig bei Freizeitturnieren auftreten. Nach dem Ende des familientauglichen Programms unter freiem Himmel, ging es im Haus mit einer Aftershow-Party mit mehreren DJs und tanzbarer Musik bis in die Morgenstunden weiter.

Was ist die Funktion des eckHAUSes?

Das eckHAUS befindet sich im ersten OG des Hauses. Schon seit etlichen Jahren gibt es dort eine Wohngemeinschaft mit Mitgliedern unseres Vereins „Südstern“.

Als das Erdgeschoss frei wurde, gingen diese Personen auf die Vermieter zu und erhielten den Zuschlag für den Standort des zweiten Hausprojekts – dem eckHAUS mit Schwerpunkt Kunst und Kreativität, aber auch Gemeinschaftsräumen und Gastgruppen wie Hartzfrei Beratung (war bisher im Haus zu Gast) und Foodsharing samstags Nachmittags. Im eckHAUS wird es mit Eröffnung am Samstag, 4. Oktober ab 13 Uhr folgende Öffnungszeiten geben:

Mittwochs 18 Uhr – 22 Uhr – bastelBAR – Treff mit Workshops rund um kreatives Werken, Nähen und Bastelspaß;
Donnerstags 17 – 19 Uhr – Beratung des Vereins „Hartzfrei“;
Samstags ab 13 Uhr – 18 Uhr – Offenes eckHAUS mit Foodsharing, Geselligkeit und Themenaktivitäten. (desa)

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