Mittwoch, 26. Juli 2017

Einwohnerversammlung in Annweiler: Rheinland-Pfalz-Tag, Hochwasserproblematik und Schwanenpärchen

8. Juli 2017 | noch keine Kommentare | Kategorie: Allgemein, Kreis Südliche Weinstraße, Regional
Bürgerversammlung in Annweiler: Bürgermeister Wollenweber informierte auch zum Rheinland-Pfalz-Tag. Foto: Pfalz-Express/Ahme

Bürgerversammlung in Annweiler: Bürgermeister Wollenweber informierte auch zum Rheinland-Pfalz-Tag.
Foto: Pfalz-Express/Ahme

Annweiler. Gut besucht war der Hohenstaufensaal in Annweiler. Die Bürger waren gekommen, um Näheres zu erfahren über den Rheinland-Pfalz-Tag 2019, den die Stadt Annweiler im 800. Jahr ihrer Stadtrechtsverleihung ausrichten wird. Weitere Themen waren Hochwasserschutz und unter anderem das Schwanenpärchen Willi und Anni.

Doch zunächst zum Rheinland-Pfalz-Tag: Die Entscheidung hatte der Ministerrat tags zuvor in Mainz getroffen, wie Stadtbürgermeister Thomas Wollenweber in seiner Einleitungs-Rede informierte.

Ausführlich stellte er den Anwesenden, darunter auch der noch amtierende Verbandsbürgermeister, Kurt Wagenführer, und der neu gewählte VG-Bürgermeister Christian Burkhart, die Vorgeschichte seit 2015 dar, wie es zu dem nunmehr erfolgten Beschluss gekommen war, die Stadt Annweiler mit der Ausrichtung des RLP-Tages 2019 zu beauftragen.

Besonders hob Wollenweber dabei die konzeptionelle Vorarbeit eines Teams der Stadtwerke unter seinem Leiter, Reiner Paul, hervor.

Die daraus entwickelte Präsentation eines Exposés von Rebecca Schwarz, zuständig für Marketing und PR der Stadtwerke, habe den Referent für Veranstaltungsmanagement in der Staatskanzlei, Steffen Bungert, bei seinem Besuch in Annweiler am 26. April dieses Jahres vollkommen überzeugt.

Foto: Pfalz-Express/Ahme

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Worum geht es beim RLP-Tag?

Interessiert verfolgten die Annweilerer dann die erläuternden Ausführungen des Stadtbürgermeisters, worum es beim Rheinland-Pfalz-Tag, der im Jahr 2019 bereits zum 35. mal veranstaltet wird, eigentlich geht und welcher organisatorische und finanzielle Aufwand damit verbunden ist.

An diesem jährlich wiederkehrenden Landesfest, kommen Menschen aus allen Regionen des Landes zusammen und lernen wechselseitig ihre Sitten und Bräuche kennen. Den Besuchern soll ein Einblick vermittelt werden in die kulturelle und gesellschaftliche Vielfalt von rheinland-pfälzischen Vereinen und Gruppierungen.

Es findet ein Informations- und Unterhaltungsprogramm statt, das alle Bevölkerungsschichten und Altersgruppen gleichermaßen ansprechen soll.

Noch-VG-Bürgermeister Kurt Wagenführer setzt sich massiv für eine Verbesserung des Hochwasserschutzes in Annweiler ein. Foto: Pfalz-Express/Ahme

Noch-VG-Bürgermeister Kurt Wagenführer (vorne) setzt sich massiv für eine Verbesserung des Hochwasserschutzes in Annweiler ein.
Foto: Pfalz-Express/Ahme

Der Rheinland-Pfalz-Tag ist für 80 Prozent der Bürger ein Begriff. Jeder zweite Rheinland-Pfälzer hat das Landesfest schon einmal besucht. Das Fest umfasst – anders als ein Volksfest oder ein Jahrmarkt – alle gesellschaftlichen Strömungen quer durchs Land und bildet sie am Veranstaltungsort an einem Wochenende an drei Tagen ab.

Für die Stadt Annweiler bietet der RLP-Tag eine Möglichkeit, sich zu präsentieren. Nicht nur an den drei Tagen des Fests werden ein zusätzliches Gästeaufkommen und ein großes Medieninteresse registriert, das Landesfest wirkt sich auch nachhaltig positiv auf das allgemeine Besucheraufkommen der Stadt aus.

Das Teilnehmerfeld ist breit gefächert: Landesregierung und Landtag, Städte und Landkreise, Medien, Landesverbände Selbsthilfeorganisationen, Feuerwehr, Polizei, THW, DRK.

Ein RLP-Tag hat durchschnittlich etwa 10.000 aktive Teilnehmer. Aus jedem Landkreis nehmen zwei Akteure teil. Man rechnet mit mehr als 100.000 Besuchern. Etwa 10.000 Parkplätze und etwa 3.000 Übernachtungsmöglichkeiten in der Region sind vonnöten.

Wie die Erfahrung gezeigt habe, so Wollenweber, sei der RLP-Tag ein nachhaltiger Erfolg für die gesamte Region, auch über das Trifelsland hinaus.

Neben den unmittelbaren und mittelfristigen positiven Effekten – vor allem auch kultureller Art – werde der kommunal-gesellschaftliche Zusammenhalt gestärkt: „Der RLP-Tag schweißt zusammen“.

Allerdings, fügt Wollenweber hinzu „ist die Durchführung des RLP-Tags mit einem Arbeitsaufwand von nie dagewesenem Umfang verbunden, quasi ein Löwenherzfest mal 30. Für ein erfolgreiches Gelingen ist ein großes ehrenamtliches Engagement vieler Bürger ebenso unerlässlich wie die rückhaltlose Unterstützung aller Vereine“.

Die nächsten Schritte zur Realisierung

Es müssen detaillierte Konzepte entwickelt und dazu Planungs-Teams gebildet werden. Mit dem erwähnten Exposé liegt der Entwurf für ein Infrastruktur-Konzept vor. Die voraussichtlichen Kosten in einer Größenordnung von 300.000 Euro sollten über ein Sponsoring-Programm gedeckt werden.

Ein Finanzierungskonzept dazu ist in Vorbereitung. Zu erarbeiten sind noch ein Veranstaltungskonzept und ein Sicherheitskonzept. Verantwortlich für Planung und Durchführung ist der Stadtbürgermeister.

Konstruktiv-kritische Aussprache

In dem sich anschließenden Dialog-Auftakt wurden zahlreiche Bedenken laut, die sich überwiegend auf die Anforderungen an die Infrastruktur (Parkplätze, B10-Unfallgefahr, raus mit dem Transitverkehr) bezogen sowie auf die Sicherheit von derartigen Großveranstaltungen und damit zusammenhängende Haftungs-Fragen.

Susanne Schuster beispielsweise verwies in diesem Zusammenhang auf die Katastrophe bei der Love Parade in Duisburg. Peter Sold, als Ehrenbeamter in der Kreisverwaltung SÜW verantwortlich für die medizinische Einsatzplanung, monierte, dass die Verantwortlichen bisher noch nicht an einem Tisch zusammengekommen sind: „Es wird höchste Eisenbahn, denn für dieses Großereignis rechnet allein die Feuerwehr mit rund 400 Einsatzkräften, und im Sanitäts- und Rettungsdienst werden circa 180 Sanitäter gebraucht“.

Und Karlfried Lehmann, 2. Vorsitzender der VTG Queichhambach, verlangte, dass schnellstmöglich die Unterstützungserfordernisse seitens der Vereine geklärt werden, sobald das Veranstaltungskonzept mit dem Land abgestimmt ist.

Reinhard Töpfer fasste die positive Grundstimmung zusammen mit den Worten: „Wenn man was erreichen will, muss man anpacken. Und das gilt für uns alle“.

Sujetbild pfalz-express.de

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Problematik Hochwasser in Annweiler

Schon in den 90er Jahren habe es ein „Jahrhunderthochwasser“ gegeben, so Wollenweber zum zweiten Tagesordnungspunkt der Versammlung. Damals habe sogar die Wassergasse unter Wasser gestanden. Honigsack, Steimertal und Nachtweide waren seinerzeit besonders davon betroffen.

Im Juni vor einem Jahr waren diese drei Gebiete wieder von Starkregen betroffen. Man sei allerdings „glimpflich davon gekommen“, berichtete der Ortschef.

Und nun am 27. Juni wieder ein „Starkregenereignis“. Dies zeige, wie wichtig entsprechende Maßnahmen zu bewerten seien: „Die Stadt muss alle Fördermaßnahmen ausschöpfen“, so Wollenweber dazu. Bis zu 90 Prozent Fördermaßnahmen könnten generiert werden. Um diese Förderung zu bekommen, bedürfe es eines Hochwasserschutzkonzepts.

Zuvor schilderte Wollenweber einige Sofortmaßnahmen: Mühlgraben ausbaggern um den Rückstau in den Kanal zu minimieren, Reinigung der Sandfänge und Kanäle spülen, Aufbau einer Sandsackbarrriere und anderes mehr. Zusätzlich soll eine Hochwasserschutzausrüstung für die Feuerwehr angedacht werden.

Zum Hochwasserschutzkonzept: Drei Angebote von Firmen gab es- eines davon war am wirtschaftlichsten und erfüllte alle Anforderungen. Die Erstellung eines Hochwasserschutzkonzeptes ist beauftragt, das bejahte auch Verbandsbürgermeister Wagenführer.

Die Firma wird einen öffentlichen Dialog mit den betroffenen Anwohnern führen. Wollenweber rief dazu auf, sich rege an diesem Dialog zu beteiligen und Vorschläge der Firma zu unterbreiten, beziehungsweise auf vorhandene Probleme hinzuweisen.

Nach den Sommerferien wird es losgehen und etwa drei Monate benötigen, dann können die Planungen losgehen.

In der Fragestunde konnten die Hochwasseropfer ihre Sorgen loswerden. Ein besonders hartnäckiger Fall bezieht sich auf den Anbau von Mais im Hochwassergebiet Nachtweide. Ob man den Maisanbau, der schon etliche Jahre von einem Landwirt dort angebaut wird untersagen könne und wie, wurde ausgiebig diskutiert.

Das Wort vom umweltgerechten Landbau wurde in die Diskussion geworfen. Fakten müssten endlich nach so vielen Jahren geschaffen werden. Das weitere Vorgehen soll in einer VG-Ratssitzung am 31. August beraten werden und eventuell ein Flächennutzungsplan verabschiedet werden, kündigte Wagenführer sehr engagiert an.

Das Glück zwischen Willi und Anni hielt nicht lange. Anni ist mittlerweile tot. Foto: Pfalz-Express/Ahme

Das Glück zwischen Willi und Anni hielt nicht lange. Anni ist mittlerweile tot.
Foto: Pfalz-Express/Ahme

Schwanenpaar Willi und Anni

Weitere Themen waren auch die beiden Schwäne Willi und Anni, die Bürgermeister Wollenweber von der Alster mit gebracht hatte. Anni war überraschend gestorben, Wollenweber hatte das Schwanenweibchen dem Landesuntersuchungsamt übergeben um die Ursache ihres Todes herausfinden zu lassen.

Ergebnis: Anni hatte Gicht im fortgeschrittenen Stadium und eine hochentzündliche Speiseröhre, die die Nahrungsaufnahme extrem erschwert hatte. „Ich werde mich nun mit Schwanenvater Olaf Nies in Verbindung setzen um mit ihm zu beraten, was weiter geschehen soll“, so Wollenweber.

Schwäne sind monogam und ihrem Weibchen treu – Willi trauere, so Wollenweber. Möglicherweise wird Willi wieder zurück an die Alster kommen, wo die Chance, ein Weibchen zu finden, größer ist. Ministerpräsidentin Dreyer hat ihre Unterstützung zugesagt.

Man hofft, vielleicht ein Schwanenpärchen von der Mosel zu bekommen. „Ich lasse nicht locker, bis wir ein gesundes Schwanenpärchen auf dem Schwanenweiher haben, welches auch Nachwuchs bekommt. (desa/hi)

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