Mittwoch, 15. Juli 2020

Züge über die Grenze rollen wieder – Schweitzer: Grenzöffnungen viel zu spät

3. Juni 2020 | noch keine Kommentare | Kategorie: Kreis Germersheim, Politik regional, Regional

V.li.: Alexander Schweitzer, Werner Schreiner, peter Beutel, Hellmuth Varnay.
Fotos: Pfalz-Express/Licht

Südpfalz/Winden/ Elsass/ Seit Dienstag rollen die Züge wieder im grenzüberschreitende Schienenverkehr zwischen Neustadt, Landau, Winden und Wissembourg und zwischen Wörth und Lauterbourg.

Der SPD-Landtagsabgeordnete und Fraktionschef im Landtag, Alexander Schweitzer, hat sich am Bahnhof in Winden ein Bild gemacht, wie es so läuft am ersten Tag. Dazu hatte er auch Werner Schreiner, den Beauftragten der Ministerpräsidentin für Grenzüberschreitende Zusammenarbeit in Rheinland-Pfalz, eingeladen. Ebenfalls mit dabei: Peter Beutel, Ortsbürgermeister von Winden, und Hellmuth Varnay, Vorsitzender des SPD-Gemeindeverbands Kandel.

Man wolle zudem ein Zeichen setzen, sagte Schweitzer, für das „kleine Europa Südpfalz-Elsass“. Schweitzer plädiert schon lange für sofortige komplette Grenzöffnungen. Zwar sei die Grenzschließung anfangs begründet gewesen, das sei aber schon lange nicht mehr der Fall.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) habe jedoch weiterhin an den unnötigen Grenzkontrollen festgehalten. Diese hätten das Verhältnis zwischen den deutsch-französischen Nachbarn durchaus eingetrübt. „Es ist manch hartes Wort gefallen, man hat schlimme Anekdoten gehört.“ Aber es habe auch viel Solidarität und Positives von den Bürgern „hiwwe und driwwe gegeben. Der anvisierte Termin Mitte Juni für die letztendliche Öffnung komme zu viel spät.

Werner Schreiner indes war zufrieden mit dem ersten Tag, an dem die Pendler wieder mit dem Zug über die Grenze fahren konnten. Alles habe gut geklappt. Ganz einfach sei die Abstimmung mit den französischen Kollegen jedoch nicht gewesen, weil diese weniger Personal zur Verfügung hätten. Gemeinsam hinbekommen hat man es trotz aller Schwierigkeiten pünktlich zu Starttermin. Pendler brauchen aber nach wie vor eine Bescheinigung und Ausweispapiere.

In „normalen“ Zeiten frequentieren rund 4.500 Menschen am Tag den Pendlerbahnhof in Winden. Momentan sind es noch deutlich weniger, sagt Schreiner. Im Zug gilt natürlich auch Maskenpflicht und Abstände müssen eingehalten werden. Das klappe alles gut. Nichtsdestotrotz arbeite man schon intensiv mit Telefon- und Videokonferenzen an der Taktung Neustadt-Straßburg. Die soll im Jahr 2024 kommen.

Ab 14. Juni diesen Jahres jedenfalls sollen die Verbindungen von Wörth nach Straßbourg wieder ganz normal laufen: „Volles Programm“, so Schreiner.

Dass die Maskenpflicht noch aufrecht erhalten bleiben sollte, darüber waren sich die SPD-Politiker einig. Beutel betonte, er selbst und auch Verbandsbürgermeister Volker Poß seien ja an Covid-19 (Corona) erkrankt gewesen; in Kandel sei ein 38-Jähriger an der Krankheit gestorben. Die Gefahr dürfe nicht unterschätzt werden.

Fortschritte gibt es am Bahnhofsgebäude in Winden: Zwei Bauingenieurinnen sanieren Schritt für Schritt. Drei bis vier Jahre wird es wohl noch dauern, dann sollen zusätzlich Wohnungen , eine Praxis und eine Kneipe dort untergebracht werden. (cli)

 

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