
Ein Platz, der Baders Namen trägt! Am diesjährigen Reformationstag luden Oberbürgermeister Thomas Hirsch (l.) und Dekan Volker Janke (r.) zur offiziellen „Taufe“ des neuen Johannes-Bader-Platzes.
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Landau. Er war die zentrale Figur der Reformation in Landau: Der frühere Stadtpfarrer Johannes Bader, der im 16. Jahrhundert an der Stiftskirche wirkte.
Im Jahr des 500. Reformationsjubiläums wurde jetzt der Platz nördlich der Kirche nach dem Reformer benannt. Am diesjährigen Reformationstag luden Oberbürgermeister Thomas Hirsch und Dekan Volker Janke zur offiziellen „Taufe“ des neuen Johannes-Bader-Platzes. Zahlreiche Bürger folgten der Einladung und nahmen an der Feierstunde zu Ehren des Kirchenmanns teil.
„Als Stadt Landau haben wir gerne die Initiative des Presbyteriums der Stiftskirchengemeinde aufgenommen, den Platz nach Johannes Bader zu benennen“, erklärte der OB. „Die Reformation, deren 500. Jubiläum wir in diesem Jahr feiern, hat nicht nur den Lauf der Kirchengeschichte verändert, sondern kam gesamtgesellschaftlich einer neuen Zeitrechnung gleich.
Ohne einen Mann wie Johannes Bader, der aufrecht, engagiert und unerschrocken den Missständen in der damaligen Kirche entgegengetreten ist, wäre dies undenkbar gewesen.“ Er blicke mit Stolz auf das Veranstaltungsprogramm im Reformationsjahr 2017 in Landau zurück, führte der Stadtchef weiter aus.
Angeführt vom unbestrittenen Highlight, dem Stationentheater „Der kleine Luther“ des Chawwerusch-Theaters, hätten zahlreiche Gottesdienste, Vorträge, Ausstellungen, Theater- und Musicalaufführungen und Konzerte das Publikum begeistert. Sein Dank gelte allen Beteiligten für das außergewöhnliche Engagement, so Hirsch.
Dekan Janke, dem OB Hirsch symbolisch das neue Straßenschild des Johannes-Bader-Platzes überreichte, betonte, es sei eigentlich überfällig gewesen, den Platz nördlich der Stiftskirche nach dem „kleinen Luther“ Johannes Bader zu benennen.
Dieser habe die Reformationsgeschichte in Landau entscheidend geprägt – „auch wenn ich ihn nicht als Nachbarn hätte haben wollen“, ergänzte Janke augenzwinkernd. „Bader war ein streitbarer Geist, in dessen Biografie es viel Licht, gerade in den späten Jahren aber auch so manchen Schatten gibt“, so der Dekan. „Trotzdem ist sein Verdienst um die Reformation unbestritten. Wir sind froh und dankbar, dass ein so bedeutsamer Kirchenmann an der Landauer Stiftskirche gewirkt hat und begrüßen ausdrücklich die Bereitschaft der Stadtspitze und des Stadtrats, uns bei unserem Vorhaben zur Platzbenennung zu unterstützen.“
Der Umbenennung folgt die Umgestaltung: Im Spätsommer 2018 soll mit den Arbeiten am Johannes-Bader-Platz begonnen werden. Geplant ist, den Spielplatz weiter in Richtung Marktstraße zu verrücken und zu vergrößern.
Große Buchrücken aus Holz sollen die Grundelemente der neuen Spielgeräte bilden – ein Verweis auf das Wirken Baders, der sich in seiner Gemeinde stark der Jugendarbeit widmete. Außerdem sollen die Bäume auf dem Platz komplett erhalten und ein Wasserspiel angelegt werden, das Kinder bei Bedarf mit einer Schwengelpumpe aktivieren können. Der umgestaltete Platz soll am Reformationstag 2018 eingeweiht werden. Im kommenden Jahr jährt sich auch die Berufung Baders nach Landau zum 500. Mal.
Die Maßnahme wird insgesamt rund 130.000 Euro kosten; im Zuge des Förderprogramms „Aktive Stadtzentren“ erhält die Stadt 80 Prozent Förderung vom Land Rheinland-Pfalz. Der Förderbescheid für die Maßnahme ist vor wenigen Tagen eingetroffen, informierte OB Hirsch bei der Feierstunde.

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