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Zoo-Direktor Dr. Jens-Ove Heckel: 2016 war richtungsweisendes Jahr für uns

29. Dezember 2016 | Kategorie: Landau, Regional
Zoodirektor Dr. Heckel im neu eröffneten Streichelzoo. Foto: pfalz-express/Ahme

Zoodirektor Dr. Heckel im neu eröffneten Streichelzoo.
Foto: pfalz-express/Ahme

Landau. Pünktlich zum Jahresende besuchte der Pfalz-Express den Landauer Zoo und führte mit dessen Direktor Dr. Jens-Ove Heckel ein kleines Interview um Rückschau zu halten, aber auch um einen Ausblick auf 2017 zu erhalten.

PEX: Herr Dr. Heckel, wie stellt sich das letzte Jahr für Sie dar?

Durch eine schwierige Witterungssituation hatten wir einen nicht ganz so guten Start. Das hat sich über den Sommer allerdings stabilisiert. Insgesamt werden wir ein befriedigendes Besucherjahr mit zirka 155.000 Besuchern haben. Allerdings sind die Zahlen weit weg vom Spitzenjahr 2014- das war unser Rekordjahr mit 171.000 Besuchern. Da passte alles… aber dennoch: wir sind soweit zufrieden.

PEX: Was hat Sie beschäftigt?

Da kann ich den Bau des neuen Streichelzoos nennen. Die Einweihung war noch vor den Herbstferien. Unsere Erwartungen wurden absolut erfüllt und wir haben sehr viele positive Rückmeldungen bekommen. Mein besonderer Dank gilt allen, die es mit ermöglicht haben durch Arbeitseinsätze, Sacheinsätze und finanzielle Zuwendungen.

Über das Land kamen 60 Prozent Zuschüsse- das ist keine Selbstverständlichkeit, aber gut investiertes Geld. Der unermüdliche Freundeskreis (des Zoos-die Red.) war mit 30 Prozent am Projekt beteiligt.

Viele Veranstaltungen wären schwierig durchzuführen ohne den Freundeskreis, gibt Heckel unumwunden zu.

Außerdem hatten wir Glück, dass der Aktionstag der Metropolregion uns ein Heer von Hornbach-Mitarbeitern beschert hat.

Die haben beim Streichelzoo mit Malerarbeiten und Holzarbeiten mitgewirkt – das war drei Wochen vor der Eröffnung.

Dann haben wir im Juli ein weiteres Bauprojekt umgesetzt: Volieren für hochbedrohte Vogelarten. Das ist ja immer so: Man schafft Platz an einer Stelle, Tiere werden umgesetzt, dann kann man das Gehege überarbeiten. Daraus entstehen dann Folgeprojekte.

Das Papageienhaus haben wir frei geräumt, das werden wir Anfang des kommenden Jahres renovieren . Dann soll das Gelände des alten Streichelzoos hergerichtet werden.

Das wird ein neues Gehege für den Prinz Alfred Hirsch und für die Mähnenschweine, die Visayas aus den Philippinen. Das gibt eine regelrechte Philippinen-Ecke.

Im Januar beginnen die Umbauarbeiten der alten Raubtieranlage, da waren bis jetzt die Waldhunde untergebracht. Die „Mädels“ haben wir an den Zoo Neunkirchen abgegeben. Im Juni ist das Gehege fertig, dann werden wir mit dem Umbau des alten Streichelzoos beginnen.

Der Freundeskreis hat schon in Aussicht gestellt, dass er das finanzieren wird. Danach soll die Afrika-Anlage erweitert werden in Richtung Zoogaststätte. Das ganze Ambiente wird deutlich offener werden.

Nächstes Jahr soll auch unser Spielplatz komplett renoviert werden mit unserem Tierdorf „Meerwutzhausen“.

Und nächstes Jahr werde es auch eine große Zooverbandstagung in der Landauer Festhalle geben, erzählt Heckel, der dann Gastgeber für zirka 140 Zoofachleute sein wird.

PEX: Über was haben Sie sich persönlich am meisten gefreut?

Ein Highlight war, dass die Zooschule mit dem Umweltpreis des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet wurde.

Man hat dabei besonders die Zoojugendspiele gelobt. Dieses Jahr haben wir sie zum zweiten Mal umgesetzt.

Und natürlich die Gründung des Fördervereins und Zooschulträgervereins.

Es ist ja so, dass die Zooschule ein Kooperationsprojekt zwischen Zoo und Universität ist, aber keiner fühlte sich richtig verantwortlich dafür. Weder Uni noch Stadt Landau waren erkennbar Träger der Zooschule.

Deshalb wurde der Trägerverein gegründet. Und aus steuerrechtlichen Gründen ein Förderverein. Der Trägerverein ist für die Verwaltung zuständig.

Im Förderverein gibt es noch zu wenig Mitglieder. Wir wollen keine Einzelpersonen sondern institutionelle Mitglieder gewinnen.

Mitglieder, die gewillt sind, eine feste Stelle zu finanzieren. Frau Hollstein (die Leiterin der Zooschule, die Red.) musste entlastet werden. Deshalb sollen ihr eine oder besser zwei Personen, eine verlässliche Entlastung bringen.

Uns fehlt Personal. Durch die Einstellung von Harald Weber können diese Phasen abgedeckt werden. Er ist eine qualifizierte Kraft und kann besondere Veranstaltungen durchführen.

Weber habe zur Zeit noch eine befristete Stelle, man versuche, das abzusichern, so Heckel.

PEX: Welche neuen Tiere gibt es denn aktuell im Zoo?

Seit dem 14. Dezember gibt es eine weitere neue Vogelart bei uns. Aus dem Zoologisch-Botanischen Garten Wilhelma in Stuttgart wurde ein junges Pärchen Roter Kardinäle (Cardinalis cardinalis) übernommen.

Im Zoo sind sie mit den ebenfalls aus Mexiko stammenden Socorro-Tauben vergesellschaftet worden.
Wir haben Nachzuchterfolge bei den Feneks (Wüstenfuchs, die Red.) und bei den Weißscheitelmangaben. Am 16. Dezember brachte das Weibchen Pirina ihr drittes Jungtier zur Welt.

PEX: Haben Sie schon ein Motto für nächstes Jahr?

Vielleicht werden wir uns wieder mit der Artenvielfalt vor der eigenen Haustür beschäftigen. Wir sind noch am Überlegen. Auch das Programm steht noch nicht ganz fest.

Auf jeden Fall war 2016 ein gelungenes und richtungsweisendes Jahr für den Zoo und wir hoffen, dass es 2017 ebenso gut weiter läuft. (desa)

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