Mittwoch 22.April 2026

Zander und Hecht außer Gefecht: Jockgrimer Badesee wieder sicher

1. April 2026 | Kategorie: Kreis Germersheim, Regional

Aus und vorbei mit Badegäste belästigen: Der Zander und der Hecht sind aus dem Verkehr gezogen. V.li.: Landrat Martin Brandl, Landtagsabgeordneter Florian Bellaire, Ortsbürgermeister German Guttenbacher, Verbandsbürgermeister Karl Dieter Wünstel und ASV-Vorsitzender Michael Fuhr.
Foto: OG Jockgrim

Jockgrim – Der Jockgrimer Baggersee Johanneswiesen ist nach Angaben der Verantwortlichen ab sofort wieder sicher. Zuvor hatten sich seit dem Sommer 2025 Hinweise auf ein zunehmend aufdringliches Verhalten einzelner Wasserbewohner gehäuft, das Badegäste nicht nur irritierte, sondern stellenweise auch zu fluchtartigen Landgängen veranlasste.

Mehrere Besucher berichteten übereinstimmend, dass größere Fische gezielt nach ihren Zehen schnappten, offenbar ohne vorherige Provokation.

„Er hat mich angeglotzt“

In besonders hartnäckigen Fällen blieb es nicht bei kurzen Kontakten: Ein Badegast schilderte, über mehrere Meter hinweg von einem massigen Exemplar verfolgt, bedrängt und dabei ununterbrochen mit großen Augen angestarrt worden zu sein. „Der ist einfach neben mir her und hat mich angeglotzt, als hätte ich hier nichts verloren“, so der Betroffene.

Auch das spurlose Verschwinden einer Schwimmnudel wird weiterhin untersucht. Ein Zusammenhang mit den Vorfällen gilt unter Beobachtern als naheliegend.

Die Ortsgemeinde Jockgrim leitete daraufhin ein koordiniertes Maßnahmenpaket ein. Nach einer verwaltungsintern bemerkenswert zügigen Abstimmung – inklusive einer Sondergenehmigung für das Angeln während der Schonzeit – wurde der operative Einsatz vorbereitet.

Für die Durchführung konnten Landrat Martin Brandl und der Landtagsabgeordnete Florian Bellaire gewonnen werden. Beide verfügen über einen Fischereischein und erklärten sich bereit, in dieser Angelegenheit Verantwortung zu übernehmen. Unterstützt wurde die Aktion durch die Verbandsgemeindeverwaltung sowie durch eine Kühlbox, deren genaue Funktion im Verlauf des Einsatzes zunehmend plausibel wurde.

Schwieriger Zugriff

Der Zugriff am 1. April in der Früh gestaltete sich schwierig. Nach Angaben aus dem Umfeld zeigten die Zielobjekte ein ausgeprägtes Ausweichverhalten und wirkten auffallend aufmerksam. Erst nach mehreren Anläufen gelang es, einen kapitalen Zander und einen Großhecht zu fangen, die nach aktueller Einschätzung als Hauptverursacher der Vorfälle gelten dürfen.

Brandl und Bellaire mussten ihr ganzes Können aufbieten, zeigten sich nach intensiven Anstrengungen jedoch zufrieden: „Erfahrungsgemäß sind vor allem die sogenannten ‚Killer-Hechte‘ sehr schwer zu fangen. Nach mehreren Anläufen konnten wir die Zielfische letztlich mit einem klassischen Mepps-Blinker sowie einem Keitech Crazy Flapper überlisten.“

Ortsbürgermeister German Guttenbacher sprach im Anschluss von einer „spürbaren Entlastung für die Bevölkerung“ und dankte insbesondere Bürgermeister Karl Dieter Wünstel und der Verbandsgemeindeverwaltung für die „im Rahmen des rechtlich Möglichen erfreulich zügige“ Genehmigung.

Wünstel betonte die Bedeutung des Sees: „Der Baggersee Johanneswiesen ist ein Ort der Erholung. Es war uns wichtig klarzustellen, dass wiederholtes Anschnappen von Badegästen nicht zum vorgesehenen Nutzungskonzept gehört.“

Auch der Vorsitzende des ASV, Michael Fuhr, zeigte sich zufrieden. Der See sei nun „im Wesentlichen wieder ruhig“, man werde die Lage jedoch weiterhin beobachten. Insbesondere mit Blick auf mögliche Nachahmungseffekte der im See verbliebenen Fische will man ein wachsames Auge haben.

Die beiden gefangenen Fische wurden unterdessen einer weiteren Verwendung zugeführt. Details hierzu wollte die Verwaltung zunächst nicht nennen, verwies jedoch auf das bevorstehende Fischerfest.

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