
Foto: Museum Andreasstift, Vinzenz Loga.
Worms. „Diamonds are a girl‘s best friend“ sang Marilyn Monroe. Diese Frau aus der Jungsteinzeit hätte wahrscheinlich widersprochen: Statt Diamanten trug sie Ketten um Hals und Hüften, die mit Muschelstücken, Schneckenhäusern, aber auch sogenannten „Grandeln“ besetzt waren.
So nennt man die Eckzähne von Hirschen, die bis heute beliebte Jagdtrophäen sind und auch immer noch als Schmuck getragen werden. Wegen ihrer Beliebtheit wurden sie damals sogar durch geschnitzte Muscheln imitiert.
Auf den Händen der Verstorbenen lagen noch zwei Spondylusmuscheln, die mit Löchern zur Befestigung durchbohrt waren. Diese Muscheln wurden vom Mittelmeer über die Alpen transportiert und zeigen bereits den Warenaustausch in der Jungsteinzeit. Die vielen qualitätvollen Beigaben lassen vermuten, dass diese Frau eine hervorgehobene gesellschaftliche Stellung hatte. Dazu fand man im Grab neben tönernen Gefäßen auch die Reste roter Farbe, die schon in der Altsteinzeit besondere rituelle Bedeutung hatte.
Gefunden wurde das Grab um Ostern 1898 in Rheindürkheim beim Bau der (heute stillgelegten) Eisenbahnstrecke. Es wird der Hinkelstein-Kultur aus der Zeit um ca. 5000 v. Chr. zugeordnet, benannt nach dem Feld „Am Hinkelstein“ in Monsheim. Dort stand einst der Hinkelstein, oder Menhir, der heute vor dem Monsheimer Schloss aufgestellt ist. Obwohl der Hinkelstein ihr seinen Namen gab, hat er selbst jedoch keinen direkten Bezug zu der Kultur.
Typisch für Gräber der Hinkelstein-Kultur ist die Ausrichtung der Toten in ausgestreckter Lage von Nordwest nach Südost. Der Ausgräber Dr. Koehl, der eigentlich Arzt war, hatte für seine Skizzen der vielen Gräber ein vorgedrucktes Skelett als Grundlage, in das er die gefundenen Gegenstände einzeichnete. Das Skelett selbst wurde damals meistens wenig untersucht.
Der Schmuck ist im Museum der Stadt Worms im Andreasstift im 2. Obergeschoss ausgestellt. Bei der Bastelstation im selben Raum können Besuchende auch eigene Hals- und Armbänder nach steinzeitlicher Mode herstellen. (Museum Andreasstift, Vinzenz Loga)
Gefällt Ihnen unsere Zeitung?
Fügen Sie den Pfalz-Express als bevorzugte Quelle bei Google hinzu. So verpassen Sie keine wichtigen Nachrichten aus der Region.
⭐ Bei Google als bevorzugte Quelle hinzufügen
Diesen Artikel drucken



Wer war Philipp Begardi, nach dem eine Straße im „Liebfrauenviertel“ benannt wurde? Was hat die Großherzogin Alice, die einer Straße im Kiautschau ...
Mit dem 17. Wormser Spectaculum ging am Wochenende vom 11. bis 13. Mai eine der ersten Großveranstaltungen des Wormser Kultursommers über die ...
Worms – In Worms hat ein Unbekannter aus einem fahrenden Auto heraus auf einen Fußgänger geschossen. Das teilte die Polizeidirektion Worms mit. ...
Worms. Bis zum Jahre 2020 soll der detaillierte Antrag der SchUM-Städte – Speyer, Worms und Mainz – für das UNESCO-Welterbe-Komitee vorliegen. Auf ...
Worms – Nach dem gewaltsamen Tod einer 21 Jahre alten Frau in Worms hat Oberbürgermeister Michael Kissel (SPD) eine Morddrohung erhalten. Diese ...
Worms-Wiesoppenheim – Am Sonntagabend, (21. Januar) kam es auf der A 61 in Fahrtrichtung Speyer kurz nach dem Autobahnkreuz Worms zu einem ...
Jede Jahreszeit schafft ihre eigenen Trends. Doch nicht nur in Sachen Mode gibt es diesen Herbst absolute Must-haves. Erst mit dem passenden ...
Worms – Auf der Bundesstraße 9 in der Nähe von Worms ist am Montagmorgen eine 56 Jahre alte Frau bei einem Verkehrsunfall ...
Westheim – Schmuck im Wert von mehreren tausend Euro erbeuteten bisher unbekannte Täter am Dienstagabend in der Zeit zwischen 18 und 20:30 Uhr, ...
Kaiserslautern/Worms. Am 15. Februar 2021 gegen 19 Uhr beschädigten bislang unbekannte Täter auf der Bahnstrecke Mainz-Worms, ca. 500 bis 800 Meter vor ...
Worms. Am Abend des 24. Oktober 2024 wurde die Bundespolizeiinspektion Kaiserslautern durch die Polizeiinspektion Worms über eine Bedrohungslage am Hauptbahnhof Worms informiert. ...












