Sonntag, 24. Oktober 2021

Wie im Gastgewerbe rentabel arbeiten? Anregungen beim Workshop in der Neupotzer Polderscheune

12. Februar 2014 | Kategorie: Allgemein, Kreis Germersheim

Foto: VG Jockgrim

Neupotz – Die Anzahl der gastronomischen Betriebe auf dem Land ist im Laufe der letzten Jahre stark gesunken. Landgasthäuser waren viele Jahre lang eine tragende Säule der Dorfkultur mit hohem sozialem Stellenwert.

Nach Einschätzung vieler Experten wird sich die rückläufige Entwicklung weiterhin fortsetzen mit dem Ergebnis, dass auf den Dörfern ein erheblicher Teil an Lebensqualität für die Bewohner, wichtige Arbeitsplätze und Wertschöpfung in der Region verloren gehen werden. Und das, obwohl der Trend zu gutem Essen in schönem Ambiente nach wie vor ungebrochen ist. Auch die zahlreichen Kochshows im Fernsehen zeigen, wie hoch das Interesse an guter gastronomischer Arbeit ist.

Die Qualitätsansprüche der Gäste und das gestiegene Preisbewusstsein stellen allerdings eine große Herausforderung im beruflichen Alltag der Gastronomie dar. Die Kunden wollen heutzutage frisch zubereitete, wenn möglich regionale Speisen, die nicht nur gut schmecken, sondern auch für das Auge ansprechend angerichtet sind. Die kaufmännischen Grundsätze dürfen in der Betriebsamkeit des Tagesgeschäfts aber nicht vernachlässigt werden. Gute Arbeit in der Küche alleine meist leider nicht aus, um die Betriebe wirtschaftlich rentabel führen können.

Vor diesem Hintergrund lud der Dehoga Kreisverband Kandel am 10. Februar in Zusammenarbeit mit der Verbandsgemeinde Jockgrim zu einem Workshop „Rentabilität im Gastgewerbe“ in die Polderscheune Neupotz (Haus Leben am Strom) ein.

In ihrer Begrüßungsrede bekräftigten Ortsbürgermeister Emil Heid und der Vorsitzende des Dehoga-Kreisverbandes Kandel, Manfred Kreger vom Gasthof Zum Lamm, dass der kleine Ort Neupotz in der Südpfalz schon seit vielen Jahren zeige, dass die Gastronomie auch auf dem Land gute Chancen hat zu überleben.

Hier spiele sicher die gewachsene Struktur in Neupotz eine wichtige Rolle. Die Bewohner seien stolz auf ihre gute Gastronomie und die Gastwirte verstünden sich gut untereinander. Auch Wirte, die nicht direkt aus Neupotz kämen, würden hier gut aufgenommen.

Referent Karl-Heinz Kühnel kann auf mehr als 30 Jahre Beratungserfahrung in der betriebswirtschaftlichen Beratung im Gastgewerbe zurückblicken. Nach seinen Worten erfolge die unternehmerische Führung von Hotels und Restaurants noch sehr oft aus dem Bauchgefühl heraus. Wichtig sei darüber hinaus auch seinen Betrieb nach kaufmännischen Grundsätzen zu leiten, betriebswirtschaftliche Kennziffern zu beachten und den unternehmerischen Erfolg regelrecht zu planen.

Kühnel ging auch auf das Thema Unternehmensnachfolge ein, denn die Übernahme eines gastgewerblichen Betriebs gestalte sich oft schwierig. Kühnel wies darauf hin, dass die Unternehmensnachfolge frühzeitig geplant werden und mögliche Hindernisse bei der Nachfolgeregelung erkannt werden müsse. Dies gelte sowohl für die Übergabe innerhalb der Familie als auch bei beim Verkauf.  (red)

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