
Der Impfstoff wird meist auf einem Stück Zucker verabreicht.
Bild von jan mesaros auf Pixabay
Genf – Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Afrika als frei vom Polio-Wildvirus erklärt.
Dies sei „einer der größten Erfolge in der Geschichte der öffentlichen Gesundheit“, schreiben der WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus und der Präsident von Rotary International, Holger Knaack, in einem Gastbeitrag für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“.
Das Poliovirus, das einst Jahr für Jahr Hunderttausende Kinder getötet und gelähmt habe, sei kurz davor, in die Geschichtsbücher einzugehen. Damit sind nun fünf von sechs WHO-Regionen, in denen gut 90 Prozent der Weltbevölkerung leben, frei vom Erreger der Kinderlähmung. Nur in Pakistan und Afghanistan kommen noch Fälle vom Polio-Wildvirus vor.
In Afrika hatte es zuletzt 2016 in Nigeria einen Infektionsfall gegeben. Seit 1996 wurden allein in Afrika mehr als neun Milliarden Schluckimpfungen verabreicht. Dadurch konnten schätzungsweise 1,8 Millionen Infektionsfälle durch das Virus auf dem Kontinent verhindert und 180.000 Kinderleben gerettet werden. Nun werde sich die Weltgemeinschaft den letzten Zufluchtsorten des Virus zuwenden, Ghebreyesus und Knaack.
Die Poliomyelitis, kurz Polio, gehört zu einer der gefürchtetsten Krankheiten überhaupt. Sie betrifft meist Kinder im Alter von unter fünf Jahren. Das Virus wird von Mensch zu Mensch übertragen, manchmal auch durch kontaminiertes Wasser oder kontaminierte Lebensmittel. Bei einem von rund 200 Infizierten treten Lähmungen besonders der Beine auf, etwa fünf bis zehn Prozent der gelähmten Kinder sterben, wenn das Virus die Atemmuskulatur befällt. (dts Nachrichtenagentur)

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