Mittwoch 22.Juli 2026

Wellbachtal: Katastrophenschützer aus dem Kreis Germersheim trainieren Waldbrand-Einsatz im Steilhang

8. Juni 2026 | Kategorie: Kreis Germersheim

Foto: Katastrophenschutzzug Kreis Germersheim

Kreis Germersheim / Annweiler – Mitten im steilen Gelände des Pfälzerwalds rollten Schläuche den Hang hinauf, Ausrüstung wurde mit Seilen gesichert und Einsatzkräfte arbeiteten sich Schritt für Schritt durch unwegsames Terrain: Im Wellbachtal bei Annweiler hat das Modul Brandbekämpfung des Katastrophenschutz-Zuges des Landkreises Germersheim mit rund 30 Kräften den Ernstfall geprobt.

Im Mittelpunkt stand die Bekämpfung von Waldbränden in schwierigem Gelände. Weil der Landkreis Germersheim überwiegend flach ist, verlegte man die Übung bewusst in den Pfälzerwald. Die Feuerwehr Annweiler-Gräfenhausen hatte dafür zwei realitätsnahe Szenarien vorbereitet.

Szenario 1: Hang hinauf

Im ersten Übungsabschnitt wurde ein Waldbrand auf einem Felsen nahe des Parkplatzes am Zwiesel entlang der B48 simuliert. Die Einsatzkräfte griffen das Feuer von zwei Seiten an und arbeiteten sich den Hang hinauf. Schläuche und Material mussten aufwendig ins Gelände transportiert und gegen Abrutschen gesichert werden. Unterstützung kam dabei von einem ferngesteuerten Raupenfahrzeug der Feuerwehr Schwegenheim, das Ausrüstung durch das unwegsame Gelände beförderte.

Szenario 2: Wasser marsch!

Die zweite Lage spielte sich im Bereich der Fischerhütte am Kaltenbach ab. Dort bauten die Kräfte zunächst eine Wasserentnahme aus dem Kaltenbach auf und förderten das Wasser über einen Wirtschaftsweg in den Hang. Zwei Löschangriffe liefen parallel, unterstützt von einem geländegängigen Tanklöschfahrzeug als Verstärkerpumpe.

Beide Szenarien konnten innerhalb von jeweils rund zwei Stunden abgearbeitet werden. Wegen der hohen Temperaturen wurde mit reduzierter persönlicher Schutzausrüstung geübt, um die Belastung für die Einsatzkräfte zu verringern.

Begleitet wurde die Übung von zahlreichen Führungskräften der Feuerwehren und des Katastrophenschutzes. Landrat Martin Brandl verwies auf die wachsende Bedeutung solcher Trainings. Längere Trockenperioden und die steigende Waldbrandgefahr machten eine realitätsnahe Ausbildung unverzichtbar. Gleichzeitig zeige die Übung, wie wichtig die Zusammenarbeit über Kreisgrenzen hinweg sei.

Auch der Brand- und Katastrophenschutzinspekteur des Landkreises Germersheim, Christian Betzel, zog ein positives Fazit. Einsätze in steilem Gelände stellten besondere Anforderungen an Mensch und Material. Umso wichtiger sei es, solche Lagen regelmäßig unter realistischen Bedingungen zu trainieren.

Der Katastrophenschutz-Zug des Landkreises Germersheim besteht aus den Modulen Führung, Brandbekämpfung, Wasserförderung und Wassertransport. Im Modul Brandbekämpfung arbeiten die Feuerwehren aus Bellheim, Jockgrim, Lustadt, Ottersheim, Rheinzabern, Scheibenhardt und Steinweiler zusammen. Die Kreisverwaltung Germersheim dankte am Ende der Feuerwehr Annweiler-Gräfenhausen für die Organisation und Durchführung der Übung und dem zuständigen Förster Harald Düx für die Bereitstellung des Übungsgeländes.

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