
Foto: dts Nachrichtenagentur
Berlin- Um Punkt 8 Uhr haben in Deutschland die Wahllokale zur Bundestagswahl geöffnet.
Es ist das 20. Mal seit Gründung der Bundesrepublik, dass das Parlament neu gewählt wird. Etwa 60,4 Millionen Deutsche ab 18 Jahren sind wahlberechtigt, darunter 31,2 Millionen Frauen und 29,2 Millionen Männer. 2,8 Millionen Menschen dürfen das erste Mal wählen.
Etwa 650.000 Wahlhelfer sind in den rund 60.000 Urnen- und 25.000 Briefwahlbezirken im Einsatz. Wegen der Corona-Pandemie wird ein überdurchschnittlich hoher Anteil an Briefwählern erwartet. Und der Ausgang der Wahl ist spannend wie schon lange nicht mehr. Erstmals seit 19 Jahren deuten die Umfragen nicht schon im Vorfeld deutlich auf einen Gewinner.
Die SPD hat im Sommer zwar erstmals seit über einem Jahrzehnt wieder die Spitzenposition übernommen, führt in den meisten Umfragen aber nur wenige Prozentpunkte vor CDU und CSU. Und selbst bei einem Sieg der Sozialdemokraten scheinen auch Koalitionen ohne ihre Beteiligung möglich.
Erstmals überhaupt gibt es mit den Grünen auch eine dritte Kraft, die sich zumindest bis vor Kurzem noch ernsthaft Hoffnung auf eine Übernahme des Bundeskanzleramtes machen durfte, zuletzt ging es in den Umfragen aber deutlich bergab.
Bundespräsident ruft Bürger zur Wahl auf
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat alle Bürger aufgerufen, bei der Bundestagswahl am Sonntag abzustimmen. „Lassen Sie uns gemeinsam abstimmen – für eine starke Demokratie und eine gute Zukunft“, schreibt er in einem Gastbeitrag für die „Bild am Sonntag“.
„Jede Stimme zählt – Ihre Stimme zählt. Daher bitte ich Sie: Gehen Sie heute zur Wahl.“ Demokratie lebe vom Einmischen und Mitmachen. „Wer mitmacht, wird gehört. Wer nicht wählt, lässt andere für sich entscheiden“, so das Staatsoberhaupt.
Der heutigen Wahltag sei, so Steinmeier, „ein wichtiger Tag für Deutschland und ein Fest“ für alle seine Bürger. Die Wähler hätten heute das Wort. „Sie entscheiden, welche Richtung unser Land in den nächsten vier Jahren nehmen soll, welche Parteien uns mit welcher Stärke im Bundestag vertreten, welche Regierung unser Land führen wird.
Sie können mitbestimmen, wie es weitergeht bei den kleinen und großen Fragen unserer Zeit“, so Steinmeier. Deutschland stehe vor einem politischen Übergang, aber die Herausforderungen blieben. „Bei der Bewältigung der Corona-Pandemie und ihren Folgen, bei der Bekämpfung des Klimawandels, bei Digitalisierung, Bildung und Pflege, bei innerer, äußerer Sicherheit und europäischer Zusammenarbeit“, so Steinmeier. (dts Nachrichtenagentur)
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