VG Bellheim – Am 5. April fand in Germersheim-Sondernheim eine Podiumsdiskussion zum Thema „Öffentlicher Personennahverkehr“ statt (Pfalz-Express berichtete).
Unter anderem wurde auch über die Situation der Busverbindungen und des Busliniennetzes im Kreis Germersheim diskutiert.
Der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Bellheim, Dieter Adam (FWG), hat daraufhin die Fraktionsvorsitzenden des Verbandsgemeinderats und Beigeordneten nochmals auf die schlechte Busverbindung zwischen Zeiskam und Bellheim hingewiesen und einen Vorschlag unterbreitet.
Es sei eine sehr ungenügende Busverbindung zwischen Zeiskam und Bellheim (vorwiegend handelt es sich um Schülertransporte), so Adam.
Für Erwachsene (vorrangig ohne Fahrzeug und oder ohne Führerschein), aber auch für ältere Personen, die mobil eingeschränkt sind, sei es schwierig, zum Rathaus nach Bellheim zu kommen. „Aus diesem Grund prüft die Verwaltung, ob unser City-Bus einmal die Woche – innerhalb einer gewissen Zeitspanne (z.B. mittwochs von 14 bis 18.30 Uhr) – dazu eingesetzt werden könnte“, schreibt Adam in einer Mitteilung. Die Fahrgäste müssten sich telefonisch bei der Verwaltung anmelden, würden abgeholt und zurückgefahren.
Adam weiter: „Mit diesem Angebot könnten wir eine wichtige Nahverkehrslücke schließen und den Bürgern eine gute Hilfestellung leisten, um zum Rathaus nach Bellheim zu kommen. Auch wäre es ein schöner Beitrag zur Förderung des öffentlichen Personennahverkehrs. Mit diesem Projekt könnten wir ein attraktives Verkehrsmittel anbieten, um den Bedürfnissen entgegenzukommen, auch wenn nicht alle Wünsche erfüllt werden können. In jedem Falle wäre es eine schöne Serviceleistung der Verwaltung. Gleichzeitig können wir unter Umständen den Bedarf für eine weitere Buslinie nachweisen und eine Linie an entsprechender Stelle beantragen (sofern die Nachfrage vorhanden ist). Je nach Anfrage und Bedarf könnte es sich ferner um ein ausbaufähiges Modell (Pilotprojekt) handeln.“
Mit den Ortsbürgermeistern sollen Gespräche geführt werden, ob von Seiten der Ortsgemeinden Interesse bestehe, diesen Service zu erweitern, so Adam. Angedacht sind beispielsweise Zubringer mit Fahrten zum Bahnhof, zur Stadtbahn oder zu Einkaufsmöglichkeiten. Auch eine Anfahrt zum Schwimmpark soll geprüft werden.
Die Fraktionen und Ratsgremien will der Verbandsbürgermeister umgehend informieren, sobald Erkenntnisse vorliegen.
Stadtbahn: „Pünktlichkeit und Takt müssen verbessert werden“
Die Fahrgäste müssten sich auf die Abfahrtszeiten verlassen können, sagt Adam: „Die Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit muss verbessert werden. Bei Änderungen, Verspätungen oder Ausfällen fehlen zeitnahe Informationen, die schnell und leicht über das Internet und Smartphones (App) den Kunden mitgeteilt werden könnten.“
Auch das Umsteigerisiko, insbesondere für Pendler, ältere und behinderte Menschen sei noch viel zu groß. Der Takt sei bei den unterschiedlichen Verkehrsbetrieben sei nicht durchgängig und müsse optimiert werden. Das gelte auch für die Taktzeiten, vor allem für die Berufspendler.
„Weniger Umsteigen fördert die Akzeptanz. In jedem Falle sollte schnellstens eine Bedarfsanalyse (mit einer entsprechenden Befragung) erfolgen, damit eine fundierte „Kosten-Nutzen-Berechnung“ erfolgen kann. Das Ziel, das Liniennetz in der Qualität weiter auszubauen und noch leistungsfähiger zu machen, muss weiter verfolgt werden.“
Auch die Fahrpläne seien für Viele zu kompliziert, kritisiert Adam: „Sie sollten vereinfacht werden, auch damit wäre das Mitfahr-Interesse zu steigern. Was fehlt, ist eine Abstimmung der Fahrpläne „aus einem Guss“.
Durch Ausfälle bei den Fahrkartenautomaten entstünden gerade bei ältere Menschen Verunsicherungen. Die Automaten könnten außerdem kundenfreundlicher ausgestattet sein. „Mehr Öffentlichkeitsarbeit, verbunden mit einer guten Beratung besonders für ältere Teilnehmer würde auch dafür sorgen, mehr Kunden zu gewinnen“, empfiehlt der Bürgermeister.
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