
Emmanuel Macron
Foto: dts Nachrichtenagentur
Berlin – Im internationalen Streit um Islam und Meinungsfreiheit haben sich die Vereinigten Arabischen Emirate hinter Frankreichs Präsident Emmanuel Macron gestellt.
„Man sollte sich anhören, was Macron in seiner Rede wirklich gesagt hat. Er will nicht, dass Muslime im Westen gettoisiert werden und damit hat er recht“, sagte der Außenstaatsminister der Emirate Anwar Gargash der „Welt“. Muslime sollten besser in die westliche Gesellschaft integriert werden. Der französische Staat habe das Recht, nach Wegen zu suchen, das zu erreichen sowie Abschottung und Militanz zu bekämpfen.
Frankreich zeigt nach der Ermordung des Geschichtslehrer Samuel Paty Härte. Macron lässt radikale Moscheen schließen und verweist deren Prediger des Landes. Der französische Präsident hatte sich dafür ausgesprochen, Mohammed-Karikaturen zeigen oder veröffentlichen zu dürfen. Nach einem Aufruf Erdogans boykottierten Supermärkte in mehreren islamischen Ländern französische Waren, in vielen Städten kam es zu Tumulten, Macron-Puppen und französische Fahnen wurden verbrannt. Erdogan bezichtigte Macron zudem der Islamfeindlichkeit und sagte, er solle „seinen Geisteszustand überprüfen lassen.“
Die aktuelle Debatte sei eskaliert, weil der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan damit seinen politischen Einfluss ausweiten wolle, sagte Gargash dazu. International verbreite Erdogan die Ideologie der ultrakonservativen Muslimbrüder. „Sie ist zum Teil seine eigene Ideologie, zum Teil aber auch ein Instrument zum Machtgewinn. Das lässt sich nicht trennen“, sagte Gargash. Erdogan betreibe eine imperialistische Politik, die an das osmanische Reich anknüpfe.
Europa müsse zu einer geeinten Haltung Erdogan gegenüber finden. „Wo Erdogan Lücken oder Schwächen sieht, nutzt er das für seinen Machtgewinn aus. Erst wenn man ihm rote Linien zieht, wird er verhandlungsbereit“, sagte Gargash. Frankreichs Präsident Macron sei einer der wenigen europäischen Politiker, die sich offen gegen die regionale Expansion der Türkei stellten. (dts Nachrichtenagentur/red)
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