Detroit – In der Abgasaffäre hat die US-Justiz einen Haftbefehl gegen Ex-VW-Chef Martin Winterkorn erlassen. Das wurde am Freitag bekannt.
Laut eines Berichts von „Süddeutscher Zeitung“, NDR und WDR wurde Winterkorn mittlerweile auch vor der Staatsanwaltschaft Braunschweig von einem Beschäftigten des Autokonzerns schwer belastet.
Angeblich soll dieser im Juli 2015 mit Winterkorn ein Gespräch geführt haben, indem es darum ging, dass in Diesel-Fahrzeugen von VW für den US-Markt eine betrügerische Software verbaut sei, die auf dem Prüfstand für geringe Schadstoffe sorge, im normalen Fahrbetrieb aber nicht.
Der Mann, der Winterkorn belastet, gehört aber selbst zu den zahlreichen Beschuldigten bei den Ermittlungen deutscher Behörden in der Abgasaffäre. Er will Winterkorn eindringlich den Rat gegeben haben, es nicht darauf anzulegen, von den US-Behörden überführt zu werden, sondern selbst die Initiative zur Aufklärung zu ergreifen.
Der Jurist berichtete den Ermittlern, er habe Winterkorn folgendes erklärt: Sollte Volkswagen die Sache nicht von sich aus voll aufklären, würden die US-Amerikaner irgendwann selbst dahinterkommen. Im Auftrag der kalifornischen Umweltbehörde Carb würden Experten herausarbeiten, was die Software könne. VW solle aus juristischer Sicht „definitiv“ nicht diesen Weg wählen.
Die Aussagen des Mannes gehen noch über das hinaus, was die US-Justiz in dieser Woche in ihrer Anklage gegen Winterkorn veröffentlicht hatte. Darin wird dem früheren VW-Chef die Beteiligung an einer kriminellen Verschwörung vorgeworfen, um Kunden und Behörden zu betrügen.
Aus Sicht der US-Ermittler hat Winterkorn spätestens am 27. Juli 2015 von den Abgas-Tricksereien erfahren. Und zwar bei einem Treffen mit Managern und Ingenieuren am sogenannten „Schadenstisch“ in Wolfsburg, an dem Problemfälle aller Art besprochen werden.
Winterkorn habe den Betrug aber nicht unterbunden, sondern angeblich seine Mitarbeiter sogar angewiesen, die US-Behörden weiterhin in die Irre zu führen.
Winterkorn bestreitet, von den Manipulationen mit Hilfe einer Software gewusst zu haben. (dts Nachrichtenagentur)
Gefällt Ihnen unsere Zeitung?
Fügen Sie den Pfalz-Express als bevorzugte Quelle bei Google hinzu. So verpassen Sie keine wichtigen Nachrichten aus der Region.
⭐ Bei Google als bevorzugte Quelle hinzufügen
Diesen Artikel drucken




Wolfsburg – VW-Chef Winterkorn hat seinen Rücktritt erklärt. „Ich bin bestürzt über das, was in den vergangenen Tagen geschehen ist“, erklärte er ...
Wolfsburg – Das „Manager Magazin“ hat Volkswagen-Chef Martin Winterkorn zum „Manager des Jahres“ 2012 gekürt. Die Jury des Magazins entschied sich für ...
Berlin – In der Affäre um mutmaßlich manipulierte Abgaswerte bei VW fordert Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer personelle Konsequenzen an der Konzernspitze. Als direkter ...
Berlin – Der Bundesregierung ist bereits seit Monaten bekannt, dass Autohersteller bei Emissionstests Abschalteinrichtungen benutzen, wie sie VW in den USA eingesetzt ...
Stockholm – Die schwedische Justiz hält am europäischen Haftbefehl gegen Wikileaks-Gründer Julian Assange fest. Ein Bezirksgericht in Stockholm wies am Mittwoch den ...
Berlin – Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner hat eine Jamaika-Koalition aus Union, Grünen und FDP nach eigener Darstellung abgeschrieben. „Ich glaube nicht mehr ...
Ramallah – Palästinenserpräsident Mahmud Abbas ist als Chef der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) zurückgetreten. Das wurde am Samstagabend bekannt. Gleichzeitig legten auch andere ...
Mainz – Treue über das Amt hinaus: Der Chef der Staatskanzlei in Mainz, Martin Stadelmaier, wollte ohne seinen Chef Kurt Beck dort ...
Berlin – Forsa-Chef Manfred Güllner sieht einen Hauptgrund für die derzeit mauen Umfrageergebnisse der SPD in einer fehlenden Alternative der Sozialdemokraten zu ...
Washington – Die USA wollen in der Abgasaffäre bei Volkswagen weiter hart durchgreifen: Die US-Justiz hat laut eines Berichts von „Süddeutscher Zeitung“, ...
Berlin – FDP-Chef Christian Lindner ist am Freitag auf dem 68. ordentlichen Bundesparteitag seiner Partei in Berlin klar im Amt bestätigt worden. ...













Handelskrieg kommt vor dem eigentlichen Krieg.
Quo bono???