Berlin – In der Affäre um mutmaßlich manipulierte Abgaswerte bei VW fordert Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer personelle Konsequenzen an der Konzernspitze.
Als direkter Verantwortlicher für Forschung und Entwicklung habe der Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn entweder von den Manipulationen gewusst oder aber er sei ahnungslos und habe seinen Geschäftsbereich nicht im Griff, sagte Dudenhöffer der „Frankfurter Rundschau“.
„In beiden Fällen würde ich sagen, dass Winterkorn an der Konzernspitze nicht mehr tragbar ist.“ Der Wirtschaftswissenschaftler, der an der Universität Duisburg-Essen lehrt, schloss zudem nicht aus, dass auch hiesige Modelle mit einer Schummel-Software ausgestattet sein könnten.
„Wenn ein Weltkonzern auf einem so wichtigen Markt wie dem nordamerikanischen die Werte manipuliert, dann sollte dringend überprüft werden, ob das nicht auch bei uns geschehen ist“, sagte Dudenhöffer.
Künftig sollten vorsätzlich falsche Herstellerangaben in umwelt- und gesundheitspolitisch sensiblen Bereichen nach Ansicht Dudenhöffers in Deutschland strafrechtlich verfolgt werden. „Der Justiz- und der Umweltminister müssen gemeinsam dafür sorgen, dass solche Praktiken unter das Strafrecht fallen.“
Bisher seien nur zivilrechtliche Klagen möglich. Der Skandal sei, so Dudenhöffer, für VW eine „Imagekatastrophe par exellence“. (dts Nachrichtenagentur)

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