Dienstag, 20. Oktober 2020

„Unterrichtsausfall im Kreis Germersheim absolut im Rahmen“ – Schleicher-Rothmund hält Schwarzmalerei für Populismus

24. Januar 2014 | noch keine Kommentare | Kategorie: Politik regional

Foto dts Nachrichtenagentur

Kreis Germersheim – Die Landtagsabgeordnete Barbara Schleicher-Rothmund (SPD) stimmt dem CDU-Landtagsabgeordneten Martin Brandl zu, dass das Land eine gute Unterrichtsversorgung zu gewährleisten habe.

 Einwände hat sie dennoch: „Das ist uns sehr wichtig, daran arbeiten wir permanent und wie die jüngst veröffentlichte Statistik (Rheinpfalz vom 15.1., Quelle Bildungsministerium) belegt, sind wir auch sehr gut aufgestellt. Einzelne Ausfälle hochzukochen ist schlichtweg Populismus. Herr Brandl müsste wissen, dass es in Schulen – übrigens nicht anders als in jedem Betrieb – strukturelle wie temporäre Ausfälle gibt, sei es durch unbesetzte Stellen, Krankheit oder Mutterschutz. Leider suggerierte die Aufarbeitung der Zahlen aus dem Bildungsministerium (Grafik!) einen Ausfall von bis zu zweistelligen Prozentzahlen.

Da hat jemand absolute Zahlen (konkret ausgefallene Lehrerstunden) mit Prozent in eine Spalte gebracht; das ist verwirrend und unseriös“, so die Abgeordnete.

Schaue man sich die Zahlen genau an, könne man feststellen, dass bei den Grundschulen mit 1,9 Prozent, Realschulen plus 2,4 Prozent, Förderschulen 3,3 Prozent, Integrierten Gesamtschulen 0,5 Prozent und Gymnasien 3,1 Prozent im Kreis Germersheim ein Unterrichtsausfall vorliegt, der sich absolut im Rahmen halte.

Damit widerspricht Schleicher-Rothmund der Behauptung, das Land spare auf Kosten der Schüler. „Mit einer landesweiten Versorgungsquote von 97,9 Prozent sind die Schulen gut ausgestattet“, so die Abgeordnete. Sie weist ferner darauf hin, dass die rheinland-pfälzische Statistik nicht nur den Pflichtunterricht in das Soll einberechnet. „Im Gegensatz zu anderen Ländern gehört für uns zum Unterricht nicht nur der nach Stundentafel zu haltende Unterricht dazu, sondern auch zusätzliche Förder- und Differenzierungsangebote“, so Schleicher-Rothmund.

Martin Brandl zeichne „passioniert“ ein schwarzes Bild der rheinland-pfälzischen Schullandschaft. „Demgegenüber stelle ich in aller Nüchternheit fest, dass die rheinland-pfälzischen Schüler beim KMK (Kultusministerkonferenz)-Ländervergleich bei den mathematisch-naturwissenschaftlichen Kompetenzen überdurchschnittlich gut abschneiden. Das passt nicht so recht zu den Aussagen von Herrn Brandl“, sagt Schleicher-Rothmund.

Dass es an einzelnen Schulen aufgrund der benötigten Fächerkombinationen zu Engpässen bei der strukturellen Versorgung käme, sei kein neues Phänomen und würde auch nicht dadurch geändert, wenn zusätzliche Lehrerstellen geschaffen würden.

„Dennoch − Rheinland-Pfalz hat in den vergangenen 20 Jahren massiv Stellen für Lehrkräfte geschaffen; dadurch haben wir durchschnittlich die jüngsten Lehrer im Vergleich“, erläutert Schleicher-Rothmund. „Zum Schuljahresbeginn 2013/2014 wurden insgesamt 893 Lehrer eingestellt, zum 01.11.2013 weitere 63. Aktuell ist zum 01.02.2014 die Einstellung von mehr als 300 Lehrern geplant.

Leider kann man zum jetzigen Zeitpunkt nicht genau sagen, wie viele davon im Kreis Germersheim eingesetzt werden. Diese Angaben liegen tatsächlich erst nach dem Einstellungstermin vor, da sich bis zum letzten Tag noch Änderungen ergeben können und dies de facto auch passiert“, so Schleicher-Rothmund.

Die Abgeordnete verweist zudem auf die Maßnahmen zur Reduzierung des zeitlich befristeten Ausfalls durch Krankheit oder Mutterschutz hin, die das Land ergriffen hat. „Seit dem Schuljahr 2011 wird schrittweise ein Vertretungspool aufgebaut, der bis 2016 rund 1.000 unbefristete Planstellen umfassen wird. Diese dauerhaften Beschäftigungsverhältnisse für junge Lehrkräfte stehen dann drei Jahre für längerfristige Vertretungseinsätze von sechs Monaten oder mehr den Schulen in einer Region zur Verfügung. Nach drei Jahren werden die Lehrkräfte dann dauerhaft an eine Schule versetzt. Dadurch können Schulen künftig verlässlich die Vertretung organisieren und Ausfall vermeiden“, sagte Schleicher-Rothmund. (bs/red)

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