Dienstag 13.Oktober 2026

Umfrage des Markt- und Sozialforschungsinstituts Ipsos: Unzufriedenheit mit Kanzler und Regierung wächst weiter

20. Januar 2026 | Kategorie: Allgemein, Politik

Friedrich Merz.
Foto: Pfalz-Express / Rolf H. Epple

Hamburg– Auch im neuen Jahr nimmt die Unzufriedenheit der Bevölkerung mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und seiner schwarz-roten Koalition weiter zu.

Im Vergleich zur vorherigen Erhebung im November 2025 hat sich die Bewertung fast aller Kabinettsmitglieder verschlechtert. Das geht aus einer aktuellen Umfrage des Markt- und Sozialforschungsinstituts Ipsos hervor.

Beliebtester Bundesminister bleibt Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD), gefolgt von Außenminister Johann Wadephul (CDU), der als einziges Kabinettsmitglied an Beliebtheit gewonnen hat. Die stärksten Verluste müssen hingegen Innenminister Alexander Dobrindt (CSU), Forschungsministerin Dorothee Bär (CSU) und Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hinnehmen. Bildungsministerin Karin Prien (CDU) bildet das neue Schlusslicht des Minister-Rankings von Ipsos.

Jeder zweite Deutsche ist unzufrieden mit Kanzler und Regierung

Der Unmut über die Arbeit von Bundeskanzler Friedrich Merz bleibt groß. Nur 9 Prozent der Deutschen sind sehr zufrieden mit der Arbeit des Regierungschefs. Eine Mehrheit von 56 Prozent ist jedoch sehr unzufrieden – ein Plus von 5 Prozentpunkten gegenüber November 2025. Die Netto-Zufriedenheit des Kanzlers, also die Differenz zwischen den sehr Zufriedenen und den sehr Unzufriedenen, sinkt damit auf einen Wert von -47 – der niedrigste im gesamten Bundeskabinett.

Auch die Bundesregierung als Ganzes verliert an Zuspruch. Lediglich 7 Prozent der Deutschen sind mit der Arbeit von Schwarz-Rot sehr zufrieden, jeder zweite Bundesbürger (50 %) ist sehr unzufrieden. Die Netto-Zufriedenheit der Regierung liegt mit -43 somit 6 Punkte unter dem Wert vom November 2025.

Pistorius bleibt beliebtester Minister, Wadephul mit positivem Trend

In der Wahrnehmung der Bevölkerung weist kein einziger Bundesminister eine positive Netto-Zufriedenheitsbilanz auf. Nur bei Verteidigungsminister Boris Pistorius halten sich der Anteil der sehr Zufriedenen (26 %) und der sehr Unzufriedenen (30 %) nahezu die Waage. Allerdings muss auch Pistorius einen leichten Zufriedenheitsverlust gegenüber November 2025 hinnehmen und liegt nun bei einer Netto-Zufriedenheit von -4.

Das einzige Kabinettsmitglied, das seine Beliebtheit gegenüber Ende vergangenen Jahres (+2) steigern konnte, ist Außenminister Johann Wadephul. Aktuell geben 13 Prozent der Deutschen an, mit seiner Arbeit sehr zufrieden zu sein, während sich 42 Prozent sehr unzufrieden äußern. Kanzleramtschef Thorsten Frei komplettiert die Top 3: Mit der Arbeit des CDU-Politikers sind 11 Prozent der Bundesbürger sehr zufrieden, während 48 Prozent sehr unzufrieden sind.

Größte Verluste für Dobrindt, Bär und Warken – Prien neues Schlusslicht

Vor zwei Monaten erhielt Alexander Dobrindt noch den zweithöchsten Zuspruch, zum Jahreswechsel rutscht der Innenminister jedoch auf den fünften Platz im Minister-Ranking ab. Zusammen mit Forschungsministerin Bär und Gesundheitsministerin Warken verzeichnet Dobrindt mit einem Minus von 6 Prozentpunkten die größten Einbußen in der Beliebtheitsskala. Neues Schlusslicht ist CDU-Politikerin Karin Prien. Mit der Arbeit der Bildungsministerin sind nur 6 Prozent der Deutschen sehr zufrieden, während sich 50 Prozent sehr unzufrieden zeigen.

Methode

Quotierte Online-Befragung von 1.000 Wahlberechtigten zwischen 18 und 75 Jahren in Deutschland, repräsentativ gewichtet nach Alter, Geschlecht, Bildung, Region und Wahlverhalten bei der letzten Bundestagswahl. Die Befragung wurde vom 9. bis zum 11. Januar 2026 durchgeführt. Die Vergleichswerte stammen aus Umfragen, die vom 30. Mai bis zum 1. Juni 2025 sowie vom 7. bis zum 9. November 2025 durchgeführt wurden.

Über Ipsos

Ipsos ist eines der größten Markt- und Sozialforschungsunternehmen der Welt mit etwa 20.000 Mitarbeitenden und starker Präsenz in 90 Ländern. 1975 in Paris gegründet, wird die Ipsos-Gruppe bis heute von Forscher:innen geführt.

In Deutschland ist Ipsos mit über 500 Mitarbeitern an fünf Standorten präsent: Hamburg, Nürnberg, München, Frankfurt und Berlin.

Die Experten in Forschung und Analyse verfügen über das breite Know-how von Multi-Spezialist:innen, das tiefe Insights in Handlungen, Meinungen und Motivationen erlaubt und so ein wahres Verständnis von Gesellschaft, Märkten und Menschen vermittelt. Ipsos hat die große Bandbreite von Lösungsansätzen in 12 Forschungsbereichen zusammengefasst und unterstützt damit über 5.000 Kunden weltweit.

Ipsos SA ist seit 1999 an der Euronext in Paris notiert. Das Unternehmen ist Teil des SBF 120 und des Mid-60 Index und hat Anspruch auf den Deferred Settlement Service (SRD). ISIN code FR0000073298, Reuters ISOS.PA, Bloomberg IPS.

www.ipsos.de | Ipsos Wahl- und Meinungsumfragen

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