
Christa Steinmüller (r.), Angelika Dausch (l.) und Angelika Stalter (2. Reihe r.) beantworteten stellvertretend für die Schloßberghasen ein paar Fragen.
Foto: Pfalz-Express/Ahme
Eschbach. Nach fast 30 Jahren Laienspiel haben die Mitglieder der Theatergruppe „Die Schloßberghasen“ mit einem letzten Stück ihre Theaterlaufbahn beendet. Schon im November hatten sie diesen Schritt angekündigt.
Er fällt den Frauen sehr schwer, ist aber aus Alters- bzw. Gesundheitsgründen und aufgrund der großen zeitlichen Belastung leider unumgänglich.
Am Samstag und Sonntag, 12. und 13. August luden sie zu einem großen Flohmarkt ein, denn Vieles hat sich an Requisiten in den letzten Jahren angesammelt, was eine neue Bleibe finden soll.
Publikum gab es genug, in Eschbach wurde Weinfest gefeiert und viele Interessenten kamen ins Haus am Schloßberg um die Schätze der Theaterfrauen zu begutachten und natürlich auch, zu kaufen.
Einladend lagen Teppiche auf den Stufen des Hauses zum Schloßberg, daneben standen Stühle, Lampen, Nippes, Sammeltassen und anderes mehr, alles bekannt aus den Theateraufführungen der letzten Jahre.
Mit all diesen Dingen könnte man sicherlich mehrere Haushalte ausstaffieren.
Die rührigen Mitglieder der Theatergruppe waren ganz in ihrem Element. Männer- und Frauenkleidung aus der Biedermeierzeit und aus allen Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts, oft mit passenden Accessoires, Perücken, Zylinder, Fräcke, Leinenunterwäsche, Taschen und Schuhe in allen Formen waren liebevoll drapiert. Alles gab es zu günstigen Preisen.
Sicherlich ist heute noch nicht alles weggegangen, deshalb gibt es eine „letzte Chance“ diesen Schatz zu erwerben.
Die erste Vorsitzende, Christa Steinmüller, hat angekündigt, dass es morgen, Montag, 14. August von 18 bis 21 Uhr, im Haus am Schloßberg, noch einmal möglich sein wird, all die schönen Dinge zu erwerben.
Was nicht verkauft wird, soll dem Ruhango Flohmarkt in Landau zur Verfügung gestellt werden, so Klaus Stalter, der heute an der Kasse saß (siehe Foto).
Kleines PEX-Interview mit den Schloßberghasen Christa Steinmüller, Angelika Dausch (1. und 2. Vorsitzende) sowie Angelika Stalter (Chronistin und Schneiderin der Schloßberghasen:
„Wir sind mit dem Wochenende sehr zufrieden, es hat großen Spaß gemacht. Wir haben zum Beispiel eine Frau komplett für den Fasching eingekleidet. Es waren sehr nette Menschen da. Die Stimmung kann man vielleicht mit einem „großen tränenden Auge und viel Wehmut“, umschreiben (Christa Steinmüller).
„Es ist nicht einfach, Kleider, die man getragen hat, und mit denen man etwas verbindet, wegzugeben. Wir haben unsere Sachen immer sehr gepflegt. Wir haben auch oft gehört, schade, dass Sie aufhören. Wir haben beim letzten Vorhang geschluckt, unser Publikum auch“ (Angelika Dausch).
„Wir hören auf, weil wir müde sind. Wir haben Kinder und Enkelkinder, die oft zurückstecken mussten“ (Angelika Stalter).
Auch die Männer, die für den technischen Teil zuständig waren, seien nicht mehr so belastbar. Es sei immer mehr Energie aufgewendet worden. Jugend sei nicht in Sicht. Oft hätten sich auch private Termine mit Theaterterminen überschnitten, sagen die Theaterfrauen.
Eine Rückkehr unter dem Namen Schloßberghasen sei sicher nicht möglich, sind sich alle einig. Vielleicht aber ein Neuanfang unter anderem Namen mit einer neuen Gruppe, können sich die Schloßberghasen vorstellen.
Christa Steinmüller und Angelika Dausch jedenfalls können das Theaterspielen nicht lassen. Sie werden auch dieses Jahr wieder beim Chawwerusch-Stationentheater mitspielen. (desa)
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