Landau. Kürzlich wurde zu einem besonderen Ereignis geladen. Oberbürgermeister Hans-Dieter Schlimmer war es ein besonderes Anliegen, die Straßenbenennungen im „Wohnpark Am Ebenberg“ mit Persönlichkeiten zu belegen, die in beispielhafter Weise demokratische Gesinnung und Zivilcourage verkörperten.
„Deshalb freue ich mich umso mehr, dass auch viele Angehörige und Nachfahren der Namensgeber anwesend sind“, sagte der Oberbürgermeister in seiner Begrüßung. Dabei betonte Schlimmer auch, dass er die Namensgeber der Straßenbenennung im „Wohnpark Am Ebenberg“ herausheben und die jeweiligen Persönlichkeiten vorstellen wollte.
Elisabeth Morawitz und Sigrid Weyers vom Verein für Volksbildung und Jugendpflege trugen die einzelnen Biographien der Personen vor. Mit eigenen Liedern als auch mit bekannten Stücken aus Zeit des Hambacher Festes untermalte Peter Kühn die Veranstaltung musikalisch.
Hinweise zu den Namengebern:
Wirth-Allee
Johann Georg August Wirth (1798 Hof – 1848 Frankfurt am Main). Zusammen mit Philipp Jakob Siebenpfeiffer Hauptverantwortliche für das Hambacher Fest 1832, in Landau vor Gericht gestellt und freigesprochen.
Vorschlag der SPD. Bereits beschlossen vom Stadtrat am 30.09.2008. Bisher jedoch keinem Gebiet oder Straße zugeordnet gewesen.
Aufgrund der städtebaulichen und stadtbildprägenden Bedeutung, die auch durch die drei Baumreihen entlang dieser Straße unterstrichen wird, wird sie als Allee bezeichnet.
Holbachstraße
Paul Henri Dietrich Baron d´Holbach (1723 Edesheim – 1789 Paris), bedeutender Philosoph der Aufklärung im Kreis von Diderot.
Dentzelstraße
Georg Friedrich Dentzel (1755 Dürkheim – 1828 Versailles) Feldprediger des Regiments Royal Deux-Ponts, Dekan an der Landauer Stiftskirche, Gründer des Landauer Jakobinerklubs, Mitglied des Konvents, Brigadegeneral.
Mehrfach von der SPD vorgeschlagen.
Carréstraße
Maria Anna Carré (1765 – ?), verhinderte durch ihr mutiges Auftreten die Ausweisung Landauer Bürger während der Belagerung im Dezember 1793.
Fugger-Glött-Straße
Theodor, Graf Fugger-Glött (1823 Schloss Glött bei Dillingen – 1850 Landau), Leutnant in der bayerischen Garnison, als Einziger nach der 48-er Revolution in Landau hingerichtet.
Heinrich-Diehl-Straße
Dr. Heinrich Diehl (1897 – 1974), Arzt. Trotz körperlicher Behinderung 1914 Kriegsfreiwilliger mit 17 Jahren. Damals schon Entschluss, sich für die deutsch-französische Aussöhnung einzusetzen. Gründer der deutsch-französischen Gesellschaft.
Michael-Bréal-Straße
Michael Bréal (1832 -1915) bedeutender Altphilologe und Linguist, Ideengeber für den Marahthonlauf und die olympische Devise, Dreyfus-Anhänger, Pazifist zu Beginn des 1. Weltkrieges, Schwiegervater von Romain Rolland.
Siebenpfeiffer-Allee
Philipp Jakob Siebenpfeiffer (1778 Lahr – 1845 Bern). Zusammen mit Johannes Georg August Wirth Hauptverantwortliche für das Hambacher Fest 1833.
Vorschlag der SPD. Bereits beschlossen vom Stadtrat am 30.09.2008. Bisher jedoch keinem Gebiet oder Straße zugeordnet gewesen.
Aufgrund der städtebaulichen und stadtbildprägenden Bedeutung, die auch durch die drei Baumreihen entlang dieser Straße unterstrichen wird, wird sie als Allee bezeichnet.
Fanny-Becht-Straße
Fanny Becht (1827 – 1907) 1858 Leiterin einer Mädchenschule, die 1896 in die Maria-Ward-Schule aufging.
Emma-Geenen-Straße
Emma Geenen (1839 – 1920) ermöglichte durch eine großzügige Stiftung den Übergang des Instituts von Fanny Becht, stiftete auch Geld für das Vinzentius-Krankenhaus
Otto-Kießling-Straße
Otto Kießling (1884 – 1985 ) Polizist, im 3. Reich im verdeckten Widerstand (warnte Juden und Katholiken vor polizeilichen Maßnahmen)
Heinrich-Stützel-Straße
Heinrich Stützel (1899 – 1951) 1934 führender Kopf des sozialdemokratischen Widerstandes in Landau. Als Widerstandsaktivist denunziert und 1935 in München zu 2 Jahren und 3 Monaten Zuchthaus verurteilt. Gehörte 1945 zu den ersten pfälzischen Sozialdemokraten, die bei einer illegalen Parteikonferenz die Neugründung der Partei berieten.
Viktor-Weiß-Straße
Viktor Weiß (1868 – 1942) Stadtrat der DDP von 1920 – 1933, Jude, Selbstmord aufgrund der Judenverfolgung.
Antrag der SPD im Jahr 1994.
Richard-Joseph-Straße
Richard Joseph (1882 – 1942) SPD-Stadtrat von 1920 – 1933, Jude, in Auschwitz ermordet.
Antrag der SPD im Jahr 1994.
Fritz-Siegel-Straße
Fritz Siegel (1908 Ingenheim – 1978), KZ Auschwitz, Gründer der jüdischen Kultusgemeinde 1945, SPD-Stadtrat (1948 – 1952),
Antrag der SPD im Jahr 2002.
Hans-Stempel-Straße
Dr. Hans Stempel (1894 – 1970) ev. Pfarrer und Dekan in Landau von 1934 – 1948, Kirchenpräsident von 1948 – 1964, 1950 Mitbegründern des Deutsch-Französischen Bruderrates.
Antrag der CDU 1998. (stadt-landau)

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