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SPD Südpfalz kritisiert CDU-Forderungen: „Mehr Respekt für arbeitende Menschen“

26. Juni 2025 | Kategorie: Kreis Germersheim, Kreis Südliche Weinstraße, Landau, Politik regional

Jennifer Kuhn und Mario Daum.
Foto (Archiv) über SPD Südpfalz

Die SPD Südpfalz übt scharfe Kritik an Äußerungen aus der CDU, in denen eine mangelnde Arbeitsbereitschaft in Deutschland beklagt wird.

Die von der Union angestoßene „Leistungsdebatte“ verkenne die Lebensrealität von Millionen Menschen, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der SPD-Unterbezirksvorsitzenden Jennifer Braun (Landau) und Mario Daum (Wörth am Rhein).

„Wir sind kein Volk der Müßiggänger“

Kritisch sehen Braun und Daum vor allem die Forderungen aus der Union nach längeren Arbeitszeiten, einer Abschaffung der täglichen Höchstarbeitszeit sowie Überlegungen zur Streichung von Feiertagen oder zum verstärkten Arbeitseinsatz von Rentnerinnen und Rentnern. „In Deutschland arbeiten so viele Menschen wie nie zuvor – über 48 Millionen. Das Arbeitszeitvolumen liegt mit rund 54,6 Milliarden Stunden auf Rekordniveau“, erklären Braun und Daum. „Und dennoch erweckt die CDU den Eindruck, wir seien ein Volk der Müßiggänger und Faulenzerinnen. Das ist nicht nur populistisch, das ist respektlos.“

Die SPD Südpfalz verweist zudem auf die hohe Zahl unbezahlter Überstunden, die Jahr für Jahr geleistet würden – oft stillschweigend und unter erheblichem Druck. Dass die CDU dennoch das Arbeitszeitgesetz weiter lockern wolle, zeige wenig Wertschätzung für die tatsächliche Belastung vieler Beschäftigter.

„Risiko für Gesundheit, Familie und Lebensqualität“

Eine Abschaffung der täglichen Höchstarbeitszeit lehnt die SPD strikt ab. Braun und Daum warnen: „Das würde bedeuten, Beschäftigte noch stärker zu belasten – mit Risiken für Gesundheit, Familie und Lebensqualität.“ Studien belegten, dass längere Arbeitszeiten nicht produktiver machten. „Im Gegenteil: Die Konzentration sinkt messbar, das Unfallrisiko steigt erheblich.“

Auch die Behauptung, Frauen würden zu wenig arbeiten, sei laut SPD nicht haltbar. Die Erwerbsquote liege bei 74 Prozent – ein historischer Höchststand. Dass fast jede zweite Frau in Teilzeit arbeite, sei meist nicht freiwillig, sondern Ergebnis unzureichender Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

„Statt Druck brauchen wir gute Bedingungen“

„Wenn die CDU will, dass mehr Frauen Vollzeit arbeiten, muss sie sich für echte Vereinbarkeit einsetzen“, so Braun und Daum. Dazu zählten gute Kinderbetreuung, Ganztagsschulen, familienfreundliche Arbeitsbedingungen – und auch eine Abschaffung des Ehegattensplittings. Rheinland-Pfalz gehe hier bereits mit gutem Beispiel voran. „Gebührenfreie Kitas gibt es hier seit 2007 – unter sozialdemokratischer Verantwortung“, betonen die SPD-Vorsitzenden.

Auch beim Thema Arbeit im Alter sieht die SPD keinen Mangel an Engagement. Der Anteil der Erwerbstätigen zwischen 65 und 69 Jahren habe 2023 bei 21 Prozent gelegen – deutlich über dem EU-Durchschnitt von 15 Prozent. Wer Rentner zur Mehrarbeit auffordere, ignoriere diese Entwicklung.

Appell an die CDU: Debatte versachlichen

„Das Arbeitszeitgesetz bietet bereits heute Flexibilität für Betriebe“, so Braun und Daum weiter. In Zeiten des Fachkräftemangels würden zudem immer mehr Unternehmen von sich aus auf familien- und pflegefreundliche Strukturen setzen. Auch die Forderung, Feiertage zu streichen, halten sie für wirtschaftlich unbegründet: „Studien zeigen, dass das keinen messbaren Mehrwert bringt.“

Stattdessen brauche es endlich eine Debatte über gerechte Rahmenbedingungen – und über eine fairere Steuerpolitik. „Wer wirklich zum Wohlstand beiträgt, steht heute oft unter Druck – während sehr große Vermögen unangetastet bleiben. Eine Debatte über Vermögensbesteuerung ist überfällig“, betonen die SPD-Vorsitzenden.

Zum Schluss verweist die SPD Südpfalz auf einen aktuellen Fernsehbeitrag. Allen, die meinen, in Deutschland werde zu wenig gearbeitet, empfehlen Braun und Daum die ARD-Sendung MONITOR („Sind wir zu faul zum Arbeiten?“, Juni 2025): „Vielleicht hilft das, die eigene Haltung noch einmal zu überdenken.“

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