Montag, 03. Oktober 2022

„Schüttel ich die Kleinen, schüttelst du die Großen“ – wie aus 220 Kilo Bellheimer Streuobst 155 Kilo Bellheimer Saft wird

26. September 2018 | Kategorie: Kreis Germersheim

Geschafft! Die Viertklässer nach der Ernte.
Fotos: v. privat

Bellheim – Strom kommt aus der Steckdose. Und Apfelsaft aus dem Discounter. Dass zumindest letzteres so nicht ganz stimmt, durften die Schüler der vierten Klassen Bellheimer Grundschule Bellheim.

Seit vielen Jahren stehen vor allem im Bereich des „Häßlich“ zahllose Apfel-, Birnen- und Mirabellenbäume vorwiegend im öffentlichen Raum und liefern Jahr für Jahr leckeres, urgewachsenenes Obst, das darauf wartet, abgeerntet, gegessen oder zu Marmelade und Saft verarbeitet zu werden.

Das passiert aber immer noch recht wenig. „Schade, wenn Bellheimer Obst einfach so verkommt“, dachten sich auch die Viertklässler und machten sich, bewaffnet mit Stecken, Leitern und Tüten kurzentschlossen auf in den Lannachweg, um die in diesem Jahr besonders zahlreich und üppig gewachsenen Äpfel und Birnen zu ernten.

Und die Kinder bewiesen ein immenses Durchhaltevermögen: Nach mehreren Stunden schweißtreibenden Schüttelns, Abpflückens, Auflesens kamen über 220 Kilo leckeres Bellheimer Streuobst zusammen. Einige der Äpfel hatten jedoch schon diese Phase nicht überstanden. Sie fielen hungrigen Erntehelfern zum Opfer, die überrascht waren, wie lecker und ursprünglich doch ein unbehandelter und schadstofffreier Apfel von vor der eigenen Haustür schmecken kann.

220 Kilo Äpfel und Birnen warten in der Kelterei auf ihre Verpressung.

Der ganz überwiegende Teil landete jedoch in den Kisten der Herxheimer Kelterei „Saftomobil“, die sich darauf spezialisiert hat, auch kleinere Streuobstmengen beispielsweise von ehrenamtlichen Initiativen zu leckerem, unbehandelten und doch haltbarem Streuobstsaft zu verarbeiten.

Und so wanderten die Äpfel und Birnen wenige Stunden nach ihrer Ernte in der Kelterpresse. Herausgekommen sind 155 Liter feinster Bellheimer Streuobstsaft, der nun wieder zurück zum „Erzeuger“, also den Schülern der Grundschule Bellheim, gelangt ist.

Alle Teilnehmer waren sich einig: Diese ersten Liter Bellheimer Streuobstsafts werden nicht die letzten bleiben. Die Grundschule will zukünftig alljährlich diesen „Bellheimer Streuobsttag“ wiederholen.

Die Gemeinde hatte die Kosten für die Saftpressung übernommen, der Bauhof den Abtransport der Äpfel und die Anlieferung des Safts.

Die letzten der 31 Saftboxen werden vom Bellheimer Bauhof abgeladen.

 

Die Erntehelfer mit den ersten Bellheimer Streuobst-Saftboxen.

 

Was von den Äpfeln und Birnen übrig blieb: Leckeres Futter für Ziege und Rinder in der Region.

 

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