Montag 12.Oktober 2026

Schnee-Chaos am Münchner Flughafen: Rund 500 Passagiere verbringen unfreiwillig Nacht in Lufthansa-Flugzeugen

22. Februar 2026 | Kategorie: Nachrichten

Symbolbild: dts Nachrichtenagentur

München – Starke Schneefälle haben in der Nacht zum Freitag (20. Februar) am Flughafen München für erhebliche Behinderungen gesorgt.

Etwa 500 Passagiere mussten in mehreren Flugzeugen der Lufthansa-Gruppe die gesamte Nacht auf dem Vorfeld verbringen, nachdem ihre Abflüge kurzfristig gestrichen worden waren – obwohl sie bereits an Bord und die Maschinen startbereit waren.

Betroffen waren insgesamt fünf Flüge: drei Lufthansa-Verbindungen nach Singapur, Kopenhagen und Danzig sowie zwei Flüge der Tochter-Airline Air Dolomiti nach Graz und Venedig. Die Flugzeuge hatten teilweise schon eine Starterlaubnis erhalten, doch wegen des anhaltenden Schneefalls und der damit verbundenen Einschränkungen am Flughafen wurde diese wieder entzogen.

Die Maschinen mussten auf Außenpositionen zurückrollen, da alle Parkplätze direkt am Terminal belegt waren. Eine Rückkehr der Passagiere ins Terminal war nicht mehr möglich: „Zu diesem Zeitpunkt waren bereits alle Parkmöglichkeiten für Flugzeuge direkt am Terminal belegt und die Buskapazitäten auf den Vorfeldern eingeschränkt“, teilte der Flughafen München mit.

Zudem seien Busfahrer nach Hause gegangen und der Flughafenbetrieb in der Nacht eingestellt worden. Die Crews konnten die Passagiere somit nicht mehr aus den Flugzeugen holen. Ein Lufthansa-Sprecher bedauerte die Situation und sprach von „Engpässen bei den Vorfeldbussen“.

In manchen Fällen versorgte die Bordcrew die Gäste mit verfügbarem Essen und Getränken, doch Berichte von Betroffenen – darunter eine dänische Familie auf dem Flug nach Kopenhagen – schildern die Nacht als äußerst unangenehm: Ohne ausreichend Decken, Kissen oder Verpflegung mussten die Reisenden in den Sitzen ausharren, teilweise bei eisigen Temperaturen.

Der Vorfall löste heftige Kritik aus. Betroffene Passagiere berichteten von Ratlosigkeit an Bord und mangelnder Kommunikation. Ein dänischer Vater beschrieb gegenüber Medien, wie die Crew alle 30 Minuten Updates gab, letztlich aber mitteilen musste, dass keine Busse mehr kommen würden.

Ähnliche Fälle am Münchner Flughafen sind in der Vergangenheit bereits vorgekommen. Lufthansa und der Flughafen München kündigten an, die Abläufe zu prüfen. Passagiere haben Anspruch auf Entschädigung und Betreuung gemäß EU-Fluggastrechten, da es sich um eine Flugannullierung handelt.

Der Flughafen München musste in der Folge zahlreiche weitere Verbindungen streichen oder verschieben.

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