
Tierischer Überraschungsgast im Notbecken: Diese Gelbwangen-Schmuckschildkröte wurde bei Arbeiten in der Kläranlage entdeckt. Sie findet im Flamingobecken des Zoos Landaus ein neues Zuhause. Foto: Entsorgungs- und Wirtschaftsbetrieb Landau A.ö.R.
Landau – Unerwarteter Fund in der Kläranlage: Bei Reinigungsarbeiten in einem Notbecken haben Mitarbeitende des Entsorgungs- und Wirtschaftsbetriebs Landau (EWL) eine Schildkröte entdeckt.
Das Reptil kam zum Vorschein, als Schlamm abgesaugt wurde. Die Schildkröte wurde anschließend dem Ordnungsamt gemeldet und in die Obhut des Zoos Landau übergeben.
Bei dem Tier handelt es sich um eine Gelbwangen-Schmuckschildkröte, eine Art aus Nordamerika. In deutschen Gewässern wird sie immer wieder gefunden, meist, weil sie von früheren Haltern ausgesetzt wurde. Da sie heimische Arten verdrängen kann, gilt sie als sogenannte invasive Art.
Die Schildkröte wurde in einem Notbecken entdeckt, das normalerweise bei bestimmten Anlieferungen oder zur Zwischenlagerung von Kanalreinigungsresten genutzt wird.
„Dass wir bei einer solchen Routinearbeit auf eine Schildkröte stoßen, ist schon etwas Besonderes“, sagt Sigrid Weisenbach, stellvertretende Leiterin der Abwasserbeseitigung beim EWL. „Unser Team hat schnell und umsichtig gehandelt – und das Tier dann zeitnah in erfahrene Hände übergeben.“
Der Zoo Landau untersuchte die Schildkröte und stellte fest: Sie ist gesund und wohlauf. Inzwischen lebt sie im Gehege für nordamerikanische Wasserschildkröten, das Teil der Flamingoanlage ist. Dr. Christina Schubert, Kuratorin des Zoos, stellt jedoch klar: „Der Zoo Landau ist keine offizielle Aufnahmestation für Schildkröten. Das vom EWL gefundene Tier haben wir aufgenommen, weil dies über die Artenschutzbehörde an uns herangetragen wurde.“
Wie die Schildkröte in das Becken gelangt ist, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. Möglich ist, dass sie ausgesetzt wurde. EWL-Expertin Sigrid Weisenbach warnt: „Das Aussetzen von Tieren aus privater Haltung in freier Natur kann erhebliche Folgen für das Ökosystem haben.“
Dass Tiere auf dem Gelände der Kläranlage auftauchen, ist allerdings keine Seltenheit. Das weitläufige Areal ist ein beliebter Lebensraum für viele Arten, darunter Turmfalken, die im Faulturm brüten, sowie Enten, Gänse, Möwen, Feldhasen, Fasanen und natürlich Ratten. „Unsere Kläranlage liegt naturnah – entsprechend vielfältig ist die tierische Nachbarschaft“, so Weisenbach.

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