Montag 12.Oktober 2026

Riesige Bargeldsumme vor Türkei-Flug entdeckt: Geldwäscheverdacht um Pforzheimer Fußballverein

26. September 2026 | Kategorie: Nachrichten

Symbolbild (KI): Pfalz-Express

Briefumschläge voller Bargeld bei einem Flug in die Türkei: Rund um den Germania-Union Türkischer SV Pforzheim ermitteln die Behörden wegen des Verdachts auf Geldwäsche. Es soll eine Spur zu einem 50-Millionen-Euro-Komplex geben. 

Anfang Februar 2026 war eine Reisegruppe des Pforzheimer Fußballvereins auf dem Weg ins Trainingslager nach Antalya. Bei einer Kontrolle am Flughafen Stuttgart stießen die Behörden auf enorme Bargeldsummen.

Nach aktuellen Angaben der Ermittler sollen zwei Männer kurz vor dem Check-in 27 Vereinsmitgliedern Briefumschläge mit jeweils 4.000 bis 9.900 Euro übergeben haben. Insgesamt ging es um fast 218.000 Euro. Das Geld sollte nach Darstellung der Generalstaatsanwaltschaft in die Türkei gebracht und dort wieder an die beiden Männer übergeben werden. Gegen die Vereinsmitglieder wird deshalb in einem gesonderten Verfahren wegen des Verdachts der Geldwäsche ermittelt.

Die Spur führt zu einem 50-Millionen-Euro-Komplex

Inzwischen geht es um deutlich mehr als das Bargeld am Flughafen. Die Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart hat gegen die beiden mutmaßlichen Drahtzieher Anklage wegen gewerbsmäßiger Bandenhehlerei erhoben. Die Männer sollen zwischen Januar 2020 und Februar 2026 über ein Edelmetallunternehmen gestohlene edelmetallhaltige Materialien angekauft haben. Der Wert laut Ermittlern: rund 50 Millionen Euro.

Die Materialien sollen eingeschmolzen worden sein, um ihre Herkunft zu verschleiern. Anschließend seien die daraus gewonnenen Edelmetalle beziehungsweise Erlöse zu Geld gemacht und zum Teil ins Ausland gebracht worden. Die beiden Männer befinden sich seit März in Untersuchungshaft. 

Der Verein wies Vorwürfe zurück

Als der Fall im Frühjahr öffentlich wurde, hatte der GU-Türkischer SV Pforzheim eine Beteiligung an illegalen Geschäften zurückgewiesen.

Der Verein erklärte damals, weder der Club noch seine Spieler seien an illegalen Aktivitäten beteiligt. Die Betroffenen hätten bei der Kontrolle mit den Behörden kooperiert. Der Vorstand wehrte sich gegen den Eindruck spektakulärer Bargeldtransporte und betonte gegenüber dem SWR: „Es gab keine Koffer voller Geld.“

Auch sportlich und finanziell schwere Zeiten

Das Amtsgericht Pforzheim hat inzwischen ein Insolvenzverfahren gegen den Verein eröffnet. Zuvor standen erhebliche finanzielle Probleme und Steuerschulden im Raum. Sportlich ging es ebenfalls bergab: Nach dem Verbandsliga-Abstieg tritt eine Mannschaft des Vereins inzwischen in der Kreisliga an.

Trotz allem wollen Verantwortliche, Ehrenamtliche und Unterstützer den Club nach Angaben des Vereinsanwalts weiterführen.

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