Karlsruhe – Die Zahl der Einwohner ist im vergangenen Jahr in der Region Mittlerer Oberrhein so stark gewachsen wie seit dem Jahr 1990 nicht mehr.
Das belegen die neuesten Bevölkerungszahlen des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg. Demnach lebten Ende 2015 zwischen Waghäusel und Ottersweier rund 16.000 Menschen mehr als ein Jahr davor. Insgesamt konnte die Region zu diesem Zeitpunkt über 1.025.000 Menschen zählen.
„Dieser Zuwachs binnen eines Jahres ist vergleichbar mit der Einwohnerzahl der Doppelgemeinde Eggenstein-Leopoldshafen“, veranschaulicht Verbandsdirektor Gerd Hager die Dimension. Die Entwicklung liege sogar um etwa 1.500 Einwohner über den angenommenen Werten aus der Vorausrechnung des Statistichen Landesamtes Baden-Württemberg.
Ein vergleichbares Wachstum habe es in der jüngeren Vergangenheit nur nach der Grenzöffnung Anfang der 1990er Jahre gegeben. Damals hätten die Statistiker in der Region allein im Jahr 1990 einen Zuwachs von über 30.000 Menschen verzeichnet. Nur in den Babyboom-Jahren 1957, 1958 und 1962 sowie 1964 habe es ähnliche Zuwächse wie 2015 gegeben.
Ursache des aktuell starken Bevölkerungswachstums sei weiterhin die Zuwanderung, erklärt der Regionalverband. Zum einem habe der Zulauf aus anderen europäischen Staaten, der bereits in den Jahren zuvor anstieg, sich weiter intensiviert.
Aber auch aus anderen Bundesländern seien weiterhin Menschen in die Region gezogen. Überdies haben die Behörden etwa 10.000 Asylsuchende registriert.
Besonders stark gewachsen ist nach den neuesten amtlichen Zahlen Karlsruhe (+7.700 bzw. +2,6%), Bruchsal (+1.100 bzw. +2,5%) und Baden-Baden (+800 bzw. +1,5%). Prozentual gesehen haben demnach die Gemeinden Ötigheim (+3,4) und Iffezheim (+3,2%) am meisten zugelegt.
Die Schwarzwaldgemeinde Forbach, die seit Jahren einen Bevölkerungsrückgang verzeichnet, habe im Jahr 2015 den Trend umgekehrt. Die Einwohnerzahl sei dort um über 100 Menschen angestie-gen (+2,2%). Nur noch vier Gemeinden in der Region würden sich durch eine geringfügig rückläufige Bevölkerungszahl abheben.
„Für die Stadt- und Regionalplanung ist es die größte Herausforderung seit einem Vierteljahrhundert. Dennoch sind die Voraussetzungen gut, den steigenden Wohnraumbedarf zu decken“, betont Hager. (red)

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