Dienstag, 07. Juli 2020

Protestaktion am 30. Mai auf dem Neustadter Marktplatz gegen EEG Novelle

Demo und Interviews im Live-Stream

28. Mai 2020 | noch keine Kommentare | Kategorie: Haushalt und Technik, Neustadt a.d. Weinstraße und Speyer, Veranstaltungstipps

Jeder kann sich seine eigene Energiequelle aufs Dach machen.
Foto: Pfalz-Express/Ahme

Neustadt. Am Samstag, 30. Mai lädt das Solar Info Zentrum zu einer von der Stadt Neustadt genehmigten Protestaktion für 100% Erneuerbare Energien mit PV Eigenverbrauch ein. Die Protestaktion beginnt um 15 Uhr und soll um 16 Uhr auf dem Marktplatz beendet sein.

„ In der Allensbachumfrage von dieser Woche kam heraus, dass an erster Stelle die Sorge der Deutschen um den Klimawandel steht, erst an 2. Stelle Corona. Gegen die Klimakatastrophe hilft nur ein schneller Ausbau der Erneuerbaren Energien. Aber genau der soll mit der nächsten EEG Novelle behindert werden“, berichtet Wolfgang Müller, Geschäftsführer des Solar Info Zentrums.

Zusammen mit dem Filmemacher Frank Farenski wird die Demo und die Interviews mit allen angefragten Politikern in einem Livestream verbreitet. Müller rechnet auch mit bis zu 100 Demonstranten und PV Anlagen – Betreibern, die auf den Neustadter Marktplatz kommen werden.

Um was geht es?

Ab diesem Jahr fallen die ersten PV Anlagen aus dem Erneuerbaren Energien Gesetz (EEG). Im „Schatten von Corona“ sollen nun diese Anlagen nicht einfach mit Speicher zum Eigenverbrauch des Stromes nachgerüstet werden dürfen, sondern der PV Strom aufwendig und für wenig Geld (ca. 3-4Ct./KWh) ins Netz zurück gespeist werden.

„Dies sind zumindest die Pläne von Bundesnetzagentur und BDEW. So soll nun noch vor der Sommerpause der Referentenentwurf für die EEG Novelle „durchgepeitscht“ werden. Dies ist nicht im Sinne von Bürgerenergie, für 100% Erneuerbare Energien und nicht im Sinne einer dezentrale Energieversorgung! So werden die Sorgen der Bürger (Allensbachumfrage) nicht ernst genommen und das nur aus Lobbyinteressen der alten Energiekonzerne“, ärgert sich Müller.

Bürger und Unternehmen investieren mit Photovoltaik und Speicher in die Energiewende und den Klimaschutz. Die eigene produzierte Energie wird, so weit wie möglich, selbst genutzt und der Netzbezug von Strom damit reduziert. „Das ist ökonomisch und ökologisch sinnvoll. Durch die Eigennutzung von Strom versorgen sich die Menschen selber mit Energie für Komfortstrom, Wärme und Mobilität. Die dezentrale Energiewende schafft Investitionen, Arbeitsplätze, Steuereinnahmen und Klimaschutz. Doch damit könnte bald Schluss sein“, befürchtet man beim Solar Info Zentrum.

Prosumer-Modell

Die Bundesnetzagentur (BNetzA) möchte mit ihrem sogenannten „Prosumer-­Modell“, dass die Bürger ihren Sonnenstrom billig abgeben und teuer zurückkaufen, statt ihn zu speichern und selbst zu verbrauchen.

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) möchte regenerativ produzierten und gespeicherten Strom gegen die rechtlich verbindlichen Vorgaben der EU mit teuren Abgaben versehen.

„Wir Bürger und mittelständischen Unternehmer möchten dagegen weiter investieren: in Photovoltaik, Stromspeicher, E-Mobilität, moderne Häuser und ein Stromnetz mit dezentraler Energieversorgung. BNetzA und BDEW machen Photovoltaik, Speicherung und eigenes Energiemanagement absichtlich wirtschaftlich unattraktiv und verhindern die Verbreitung der Elektromobilität“, so Wolfgang Müller.

„BNetzA und BDEW blockieren den Umbau der Energieversorgung in ein modernes System, verhindern Investitionen, Steuereinnahmen und handeln wirtschaftsfeindlich. BNetzA und BDEW wollen eine alte Struktur konservieren, überflüssig Netze ausbauen, an zentraler Stromerzeugung festhalten und so Kohle und Gas sinnlos lange im Netz halten. Das ist unwirtschaftlich, zerstört das Klima, die Investitionen und kostet Milliarden“, fasst Müller zusammen.

„Bürger und Unternehmen wollen auch weiterhin grüne Energie selber produzieren, speichern, verbrauchen und Überschüsse zu fairen Bedingungen in das Netz einspeisen können. Das E-Auto muss kommen, für moderne Mobilität und in der Energieversorgung als Grundlast.

Bürger und Unternehmen leisten mit ihren Investitionen in die dezentrale Energieversorgung Beiträge zum Klimaschutz und schaffen gleichzeitig Arbeitsplätze, Bruttosozialprodukt und Steuereinnahmen. Das soll auch so weitergehen!“

Weitere Infos:
www.aktion-eigenstrom.de

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