Berlin – Der stellvertretende Geschäftsführer von Pro Asyl, Bernd Mesovic, hat die am Freitag bei einem Pilotprojekt in Heidelberg gestartete Beschleunigung von Asylverfahren auf bis zu 24 Stunden kritisiert.
„Man schert sich nicht um Qualität“, sagte er der „Mitteldeutschen Zeitung“. „Und es wird keine Chance zur Beratung geben. Wir halten es aber für wichtig, den Menschen zu verdeutlichen, worum es im Asylverfahren geht. Die Fehlerquellen bei so verkürzten Verfahren sind immens.“
Mesovic beklagte zudem, dass über einfache Asylanträge neuerdings auch Mitarbeiter nach sechswöchiger Schnellausbildung entscheiden könnten. „Das ist, als würde ein Krankenpfleger am offenen Herzen operieren.“
Und schließlich sei die Politik der Regierung in sich widersprüchlich. Kürzlich habe es noch geheißen, dass die Anträge von Syrern wieder eingehend geprüft werden sollten. Jetzt sei von Schnellverfahren die Rede.
Die flüchtlingspolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Luise Amtsberg, nannte das Verfahren in Heidelberg einen „Schritt in die richtige Richtung“, fügte aber hinzu: „Bei aller Beschleunigung ist es uns auch wichtig, dass Asylsuchende Zugang zu einer unabhängigen Asylverfahrensberatung haben und verstehen, was in dieser Riesenbehörde gerade mit ihnen geschieht. Das ist in Heidelberg noch ausbaufähig.“
Beim Asyl handele es sich um ein Grundrecht, so Amtsberg. Daher könne man die Verfahrensdauer schlecht voraussagen.
Das Pilotprojekt des Landes Baden-Württemberg und des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) im zentralen baden-württembergischen Registrierungszentrum Heidelberg begann offiziell am Freitag.
„Unser Ziel ist es, über Asylanträge mit geringer Komplexität aus sicheren und unsicheren Herkunftsländern, also beispielsweise aus den Westbalkanstaaten und aus Syrien, innerhalb von 48 Stunden zu entscheiden“, sagte BAMF-Leiter Frank-Jürgen Weise nach einem Besuch.
Mittelfristig könnten dort bis zu 1.000 Anträge pro Tag be arbeitet werden. Im November waren bundesweit knapp 356.000 Asylverfahren noch nicht entschieden. (dts Nachrichtenagentur)

Diesen Artikel drucken



Nürnberg – Fachleute des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf) kritisieren in einem internen Papier die mangelhafte Qualitätssicherung der Asylverfahren. Im vergangenen ...
Berlin – Die Innenminister von Bund und Ländern haben sich am Freitag bei einer Telefonkonferenz auf eine Beschleunigung der Asylverfahren für Flüchtlinge ...
Berlin/München – Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) fordert, die Anerkennungspraxis bei Flüchtlingen EU-weit anzugleichen. Die europäischen Asylstandards sollten so umgesetzt werden, „dass ...
Berlin – Angesichts des großen Zustroms von Flüchtlingen bereitet die Bundesregierung nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung weitere Gesetze vor. So soll ...
Berlin – In der Unionsfraktionsführung werden weitere Möglichkeiten zur Verschärfung des Asylrechts geprüft, die eine Beschleunigung beziehungsweise Vermeidung von Asylverfahren zum Ziel ...
Berlin – Die Asylchancen von Bewerbern aus den Maghreb-Staaten Marokko, Tunesien und Algerien sind äußerst gering. Laut Bundesregierung erhielten im vergangenen Jahr ...
Berlin – Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Regierungschefs der Länder wollen angesichts der steigenden Asylbewerberzahlen die Asylverfahren beschleunigen. Dazu soll ein entsprechender ...
Brüssel – Die EU hat nach „Bild“-Informationen die Entsendung von Asyl-Richtern aus anderen Mitgliedsstaaten nach Griechenland gestoppt. Das geht laut der Zeitung ...
Berlin – Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich gegen Forderungen nach einer Abschwächung des Asylgrundrechts gestellt. Dieses werde nicht angetastet, erklärte Merkel im ...
Berlin – Das Bundesamt für Migration (BAMF) will Flüchtlingen aus den Staaten des West-Balkan das staatlich gezahlte Taschengeld pro Monat kürzen oder ...
Berlin – Die Menschenrechtsorganisation Pro Asyl hält die Pläne der EU-Kommission für Asylentscheidungen auf europäischer Ebene für völlig unpraktikabel. „Wir sind da ...











