Garmisch-Partenkirchen – Zwei Polizisten sollen während ihres Einsatzes beim G7-Treffen im bayerischen Schloss Elmau über Funk einen Ausschnitt aus einer Goebbels-Rede verbreitet haben.
Die beiden Beamten waren mit der 1. Bereitschaftspolizeiabteilung aus Bonn/Ramersdorf zum Gipfel der Regierungschefs angereist, um das Gelände zu sichern, berichtet der „Spiegel“.
Über zwei private Funkgeräte hätten sie fünf Tage vor Beginn des G7-Gipfels das berüchtigte Zitat aus der Sportpalastrede des NS-Reichspropagandaministers Joseph Goebbels von 1943 abgespielt: „Wollt Ihr den totalen Krieg?“
Der Vorgang sei aufgefallen, da vor und während des Gipfels der Funkverkehr um Elmau überwacht wurde. Ein hochrangiger Sicherheitsbeamter nannte den Vorgang „skandalös“, auch weil zu befürchten sei, dass „die Sicherheitskräfte von US-Präsident Barack Obama und anderer Regierungschefs das verfolgten“.
Die Staatsanwaltschaft München II überprüfte den Vorfall, habe aber kein strafbares Handeln erkannt. Das Polizeipräsidium Bonn habe ein Disziplinarverfahren eingeleitet.
Ein Sprecher der Behörde sagte, man sei „entsetzt“ über die beiden Beamten. (dts Nachrichtenagentur)

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“Skandalös” ist, dass 5 Tage vor dem G7-Gipfel der private Funkverkehr von unbescholtenen Leuten überwacht, aufgezeichnet und ausgewertet wurde. Was 2 Leute mit einem privaten Sprechfunkgerät miteinander besprechen, geht niemanden etwas an., solange dabei keine Straftaten begangen werden. Ich habe eine gewisses Verständnis dafür, dass im Rahmen eines solchen Ereignisses auch der Funkverkehr überwacht wird. Aber wenn dabei persönliche Gespräche belauscht werden, die nicht in Zusammenhang zu einem Terroranschlag stehen, dürfen diese Gespräche weder veröffentlicht, noch sonst wie benutzt werden!