Dienstag, 23. Juli 2024

Pilgern mit Rhythmus beim KuSo Germersheim: Ein Tag auf dem Pfälzer Jakobsweg

17. Juni 2024 | Kategorie: Kreis Germersheim, Regional

Fotos: Pfalz-Express/Nathalie Linares Ramon – Fotostecke am Textende

Germersheim – Der Kultursommer (KuSo) 2024 steht unter dem Motto „Sterne des Südens”. Mit dem Titel „Musikalische Wanderung auf dem Pfälzer Jakobsweg” zog der KuSo viele Interessierte nach Germersheim.

Am Sonntag, 16. Juni, fanden sich etwa 80 Personen aus Germersheim und der näheren Umgebung am Kulturzentrum Hufeisen ein. Selbst Besucher aus Speyer, Landau und Karlsruhe nahmen an der Wanderung teil. Das Organisationsteam des KuSo, bestehend aus Ulrike Leiner, Thomas Bug und Marco Schäfer, arbeitete für die Veranstaltung mit den ortskundigen Wanderführern des Pfälzerwald-Vereins Sondernheim e.V. zusammen.

Einstimmung mit spanischen Gitarrenklängen

Am Kulturzentrum Hufeisen stimmte Emilio Padrón die Gäste mit spanischen Gitarrenklängen auf die Wanderung ein. Der aus Havanna, Kuba stammende Musiker lehrt an der Musik- und Kunstschule Bruchsal Gitarre, Ukulele und E-Gitarre.

Foto: Pfalz-Express/Nathalie Linares Ramon

Nach der Begrüßung durch Ulrike Leiner wurden die Gäste in zwei Gruppen eingeteilt, um den Überblick zu behalten und sicherzustellen, dass niemand zurückblieb.

Historische Einblicke entlang des Jakobswegs

Bei strahlendem Sonnenschein starteten die Gruppen gegen 10:30 Uhr den Pfälzer Jakobsweg entlang der historischen Festungsstadt, begleitet von einer kleinen Stadtführung.

Am ersten Stopp, dem Ludwigstor, erhielten die Teilnehmer eine kurze Einführung in die Geschichte. „Das Weißenburger Tor, das wir am Ende unserer Wanderung sehen werden, und das Ludwigstor bildeten damals die beiden Stadttore. Die Stadt war nur durch diese beiden Tore zu betreten”, erklärte Leiner, die eine der Gruppen führte.

Die königlich-bayerische Festung wurde während der Amtszeit von König Ludwig I. erbaut und sollte vor französischen Angriffen schützen. Die Außenfassade des Ludwigstors wird von zwei Statuen geziert, die den bayerischen König Ludwig I. und den Erbauer der Festung, Ingenieur-Oberst Friedrich Ritter von Schmauß, darstellen. Im Inneren des Gebäudes befindet sich das Stadt- und Festungsmuseum, das derzeit jedoch renoviert wird.

Naturerlebnisse und unterhaltsame Gespräche

Weiter ging die Wanderung entlang des Zeughauses in Richtung Rhein, wo die Teilnehmer auf dem Treidlerweg bei einer angenehmen Brise die Natur genossen. Spuren des Hochwassers, das kürzlich die Wege bedeckt hatte, waren überall zu sehen.

Foto: Pfalz-Express/Nathalie Linares Ramon

Laut Teilnehmern fühlte es sich teilweise an, als würde man über einen Wasserweg gehen, denn zur linken und zur rechten Seite stand das Wasser nur wenige Zentimeter unter dem Gehweg. Unterhaltsame Gespräche, Lachen und gute Laune, gepaart mit sonnigem Wetter, sorgten für eine fröhliche Pilgergruppe.

Musikalische Pause am Ziegeleimuseum

Am Ziegeleimuseum in Sondernheim legten die Wanderer auf etwa halber Strecke eine längere Pause ein. Das musikalische Duo „Das Mädchen mit dem Kontrabass” hob mit seinem Charme die rustikale Gemütlichkeit der Alten Ziegelei hervor.

Mimi Grimm und Steffen Zäuner spielen seit etwa zehn Jahren gemeinsam. Sie singt und zupft auf ihrem Kontrabass, während er sie auf seiner Gitarre begleitet und bei einigen Stücken auch auf speziell angebrachten Vorrichtungen trommelt. Die Rhythmen des Duos sorgten für eine ausgelassene Stimmung und gute Laune, einige Pilger erhoben sich zum Tanz und auf den Bänken wurde fröhlich geschunkelt und mitgesungen.

Rückweg und entspannter Ausklang

Einige Gäste verabschiedeten sich bereits an der Alten Ziegelei. Die restlichen Wanderer machten sich frohen Mutes zurück auf den Weg zum Hufeisen. Der Rückweg führte entlang des Sollachsees in Germersheim, vorbei am Friedhof, dem Fronte Lamotte Park, dem Weißenburger Torgebäude und dem Queichweg.

Jazz-Klänge und gemütlicher Abschluss

Gegen 15:30 Uhr fanden sich die erschöpften Wanderer am Kulturzentrum Hufeisen ein, wo die SRH Big Band aus Heidelberg mit ihren Jazz-Klängen zum Verweilen einlud. Bei einer Mischung aus Swing, Funk, Latin, Fusion und Soul ließen sich die Besucher mit Speisen und Getränken vom Förderverein des Kulturzentrums verwöhnen. Die semiprofessionelle Bigband wurde im Jahr 2002 von Jazz-begeisterten Mitarbeitern der SRH, Studierenden und Gastmusikern gegründet.

Begeisterung über ein gelungenes Erlebnis

Die Besucher waren rundum begeistert von dem Erlebnis. Vielen war gar nicht bewusst, wie vielfältig Germersheim ist und wie naturbelassen die Rheinwege sind. „Die Wanderung war wirklich ein absolutes Spektakel”, sagte ein Teilnehmer: „Ich hätte mir nur etwas mehr Informationen zum Jakobsweg und seiner Geschichte gewünscht.” (nlr)

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